Klimakonferenz in Glasgow
Was ist die „COP 26“ und warum ist sie so wichtig?
von Martin Auer

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Seit fast drei Jahrzehnten bringt die UNO die allermeisten Länder der Welt zu Gipfelgesprächen über den Klimawandel zusammen. In dieser Zeit ist der Klimawandel von einem Randthema zum wichtigsten globalen Problem geworden. Wir sprechen nicht mehr von Klimawandel sondern von der Klimakatastrophe. Dass das Verbrennen von fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Gas) zu einer Klimaveränderung führen würde, wurde bereits ab 1965 Jahren durch Modellrechnungen vorhergesagt und die Vorhersagen von damals stimmen mit der seither beobachteten Entwicklung überein. Darum gibt es heute keinen Zweifel mehr daran, dass diese Modelle stimmig sind und der Klimawandel, den wir erleben, menschengemacht ist. Auch die Folgen – Anstieg des Meeresspiegels, mehr Hitzewellen, mehr extreme Regenfälle – wurden schon früh vorhergesagt.

COP bedeutet: „Conference of the Parties“, auf Deutsch: „Konferenz der Vertragsstaaten“. Und der Vertrag, der gemeint ist, das „Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen“ (Englisch: “United Nations Framework Convention on Climate Change”, UNFCCC). Dieser Vertrag wurde 1992 bei der Konferenz in Rio de Janeiro von 154 Staaten unterschrieben. Inzwischen sind es 197 Vertragspartner. Der bisher wichtigste Meilenstein war die COP 21 in Paris 2015. Ihr Ergebnis war das Pariser Abkommen. Es ist ein völkerrechtlicher Vertrag, den 195 Vertragsparteien schlossen. Darin wurde das Ziel festgelegt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen und möglichst1,5°C anzustreben. Das Pariser Abkommen legte für die Vertragsstaaten keine Ziele zur Verringerung der Emissionen fest. Die Staaten verpflichteten sich, selbst Pläne zu entwickeln und vorzulegen, die sogenannten „Nationally Determinded Contributions“ (NDCs), auf Deutsch: National festgelegte Beiträge. Diese sollten alle fünf Jahre aktualisiert und verbessert werden und die höchstmöglichen Anstrengungen des Landes wiedergeben. Die EU zum Beispiel hat sich in ihrem aktualisierten NDC vom Dezember 2020 verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

Der Zeitpunkt für die Vorlage dieser neuen Pläne war die COP 26. Diese sollte schon voriges Jahr stattfinden, musste aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben werden. Sie findet heuer von 31. Oktober bis 12. November unter der Präsidentschaft von Großbritannien in Glasgow statt.

Pariser Klimagipfel
Foto: UNFCCC Creative Commons

Die bisher vorgelegten Pläne reichen nicht aus

Warum ist diese Konferenz so wichtig? Die Antwort ist so einfach wie beunruhigend: Die bisher vorgelegten Pläne (NDCs) reichen bei weitem nicht aus, um die Pariser Klimaziele zu erreichen!

Mit 30. Juli 2021 hatten die Vertragsstaaten zum Abkommen von Paris verschärfte nationale Verpflichtungen (Nationally Determined Contributions – NDC) vorzulegen. Das Klimasekretariat der UN hat diese Informationen in einem Synthesebericht1 zusammengefasst: Für einen mit dem 1.5°C Ziel kompatiblen Emissionspfad müssten laut IPCC die Emissionen im Jahr 2030 um 45% unter dem Niveau von 2010 liegen, für das 2°C Ziel um 25%. Die nunmehr vorliegenden NDCs verfehlen diese Ziele gravierend, denn sie führen in diesem Zeitraum nicht zu einer Abnahme, sondern zu einem Anstieg der Emissionen um 16,3%. Diese Entwicklung führt aber zu einer durchschnittlichen Erderhitzung von ca. 2,7°C. Für kontinentale Gebiete wie Österreich bedeutet das 5°C oder mehr, denn über den Ozeanen erwärmt sich die Atmosphäre nicht so stark wie über großen Landmassen. Die Menschheit muss ihren Treibhausgas-Ausstoß jedes Jahr um 7,6 Prozent senken, um das 1,5°-Ziel noch zu erreichen (UNEP 2019).

Die Temperatur auf der Erde hängt von der Menge des CO2 ab, das sich in der Atmosphäre befindet. Sobald sich diese Menge nicht mehr erhöht, wird sich auch die Temperatur – nach einer gewissen Zeit – nicht mehr erhöhen. Darum ist es so wichtig, dass wir ab Mitte des Jahrhunderts kein zusätzliches CO2 mehr in die Atmosphäre abladen. Doch bei welcher Temperatur sich das Klima dann stabilisiert – ob bei 1,5°C, 1,6°C oder 1,7°C – das hängt davon ab, wie viel wir bis dahin noch emittieren. Für das 1,5°C-Ziel dürfen es ab jetzt nicht mehr als 328 Mrd. Tonnen sein. Doch beim gegenwärtigen Stand der Emissionen – 42 Mrd. Tonnen pro Jahr – wäre dieses CO2-Budget in 7 Jahren und 9 Monaten verbraucht. Da es nicht vorstellbar ist, sieben Jahre lang so weiter zu machen wie bis jetzt, und dann plötzlich aufzuhören, müssen die Emissionen kontinuierlich jedes Jahr gesenkt werden, und je stärker, desto besser. Jede eingesparte Tonne zählt, jedes Jahr zählt, jedes Zehntelgrad zählt!

Warum 1,5°C so wichtig und 2°C zu viel sind

Heute ist es auf der Welt schon um 1,1°C bis 1,2°C heißer als vor der Erfindung der Dampfmaschine. In Österreich bedeutet das schon jetzt eine Erwärmung um ca. 2°C. Wir haben in diesem Sommer die Auswirkungen hautnah zu spüren bekommen: Hitzewellen, Stürme, Waldbrände, Überschwemmungen. Mit jedem Zehntelgrad werden solche Ereignisse häufiger und schwerer.

Wenn die gegenwärtige Klimapolitik fortgesetzt wird, dann werden laut IIASA (International Institute for Applied Systems Analysis) Kinder, die heute geboren werden, 7 Mal öfter verheerende Hitzewellen erleben als ihre Großeltern. Sie werden 2,6 Mal so viele Dürren, 2,8 Mal so viele Flussüberschwemmungen, 3 Mal so viele Ernteausfälle und doppelt so viele Wald- und Buschbrände erleben wie Menschen, die vor 60 Jahren geboren wurden2.

Der IPCC-Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C3 zeigt auf, welche Unterschiede zwischen einer Erwärmung um 1,5°C und um 2°C bestehen:

  • Bei 1,5°C Erwärmung werden 14 Prozent der Weltbevölkerung mindestens einmal in 5 Jahren extreme Hitzewellen erleben, bei 2°C mehr als doppelt so viele, nämlich 37 Prozent. Zur Orientierung: Die Hitzewelle von 2003 hat in Europa 70.000 Menschenleben gefordert.
  • In mittleren Breiten werden die heißesten Tage bei 1,5°C durchschnittlicher Erwärmung um 3°C heißer sein, bei 2°C aber um 4°C.
  • Bei 2°C Erwärmung werden doppelt so viele Menschen unter Wasserknappheit leiden wie bei 1,5°C Erwärmung.
  • Gleichzeitig wird die Zahl und die Schwere von Starkregen-Ereignissen zunehmen und mehr Gebiete werden davon betroffen sein.
  • Auch bei nur 1,5°C Erwärmung werden 6 Prozent aller Insekten, 8 Prozent aller Pflanzen und 4 Prozent aller Wirbeltiere die Hälfte ihres Lebensraums verlieren. Doch bei 2°C werden es18 Prozent aller Insekten sein – also drei Mal so viele – 16 Prozent aller Pflanzen und 8 Prozent aller Wirbeltiere. Allein der Verlust von Bestäuber-Insekten hätte katastrophale Wirkungen.
  • Selbst bei einer Erwärmung um 1,5°C wird der jährliche Ertrag der Meeresfischerei um 1,5 Millionen Tonnen abnehmen, doch bei Erwärmung um 2°C um 3 Millionen Tonnen. 99 Prozent aller tropischen Korallen würden verloren gehen, und damit die artenreichsten Meeresökosysteme. Milliarden von Menschen sind von Fischerei für ihre Ernährung abhängig.
  • Je höher die Erwärmung, um so größer werden die Rückgänge beim Ertrag von Mais, Weizen und Reis sein. Auch Nutztiere werden bei steigenden Temperaturen durch schlechtere Futtermittelqualität, durch die Ausbreitung von Krankheiten und durch Wassermangel beeinträchtigt.
  • Wenn die Erwärmung auf 1,5°C begrenzt werden kann, wird das verhindern, dass 1,5 bis 2,5 Millionen km²Permafrostböden auftauen. Diese dauernd gefrorenen Böden enthalten Kohlenstoff in Form von CO2 und Methan, die beim Auftauen freigesetzt würden, und zwar viel mehr, als die gesamte Erdatmosphäre derzeit enthält. Beim Auftauen von Permafrostböden besteht also die Gefahr, dass ein selbstverstärkender Prozess beginnt, der durch menschliches Eingreifen nicht mehr aufgehalten werden kann.
  • Der interaktive Atlas, der Teil des 6. IPCC-Berichts ist, gibt Auskunft über die Temperaturentwicklung in West- und Mitteleuropa: Bei einer mittleren Erwärmung von 1,5°C müssen wir im Jahr mit 8,5 Tagen mit extremer Hitze über 35°C rechnen, bei 2°C Erwärmung mit 11 Tagen und bei 3°C Erwärmung mit 16 Tagen.

Kipppunkte

Dass die Durchschnittstemperatur der Erde sich stabilisiert, sobald wir kein zusätzliches CO2 emittieren, stimmt leider nur bedingt. Denn ab einer gewissen Temperaturerhöhung könnten natürliche Prozesse ausgelöst werden, die wir nicht mehr kontrollieren können. Und wo genau diese Grenze ist, wissen wir nicht.

In einer um 3°C wärmeren Welt drohen sogenannte Kipppunkte mit unberechenbaren Folgen. Wie wahrscheinlich sie sind, lässt sich (derzeit) nicht berechnen. Doch die Folgen wären so dramatisch, dass man sie nicht außer acht lassen darf, selbst wenn sie unwahrscheinlich scheinen. Das arktische, antarktische und Grönlandeis sowie die Gletscher strahlen eine großen Teil der Sonnenenergie zurück in den Weltraum. Je mehr Eis verloren geht, um so geringer wird die Rückstrahlwirkung, um so stärker wird die Erwärmung und umso schneller geht das Eis verloren. Vor allem das westantarktische Eis und das Grönlandeis sind gefährdet. Die Arktis wird auf jeden Fall im Sommer bald eisfrei sein.

Abholzung und Erwärmung machen den Amazonas-Regenwald instabil. Teile der Baumbestände sind den neuen Klimabedingungen nicht gewachsen und sterben ab. Durch die Abholzung freigelegte Flächen geben weniger Wasser in die Atmosphäre ab. Dadurch kommt es zu einem selbstverstärkenden Prozess der Austrocknung. Brände und verrottendes Holz setzen CO2 frei und verstärken so die Erderwärmung. Wird mehr CO2 freigesetzt als durch Pflanzenwachstum aufgenommen wird, verwandelt sich der Amazonaswald von einem Kohlenstoffspeicher in eine CO2-Quelle.

Gefahren durch Feuer und Schädlinge drohen den Nadelwäldern im hohen Norden (Boreale Wälder), besonders, weil die Erwärmung der Arktis doppelt so schnell vor sich geht wie die durchschnittliche Erwärmung. Auch diese Wälder könnten zur CO2-Quelle werden und die Erhitzung weiter verstärken.

Auftauender Permafrost und sterbende Wälder könnten mehr CO2 freisetzen, als unser verbleibendes CO2-Budget für 1,5°C beträgt. Die größte Gefahr besteht darin, dass, wenn ein Kipp-Punkt überschritten wird, dann weitere Kipp-Punkte ausgelöst werden4.

Foto: FelixMittermeier auf Pixabay

Netto-null bis zur Mitte des Jahrhunderts

Das erste Ziel, das die britischen Präsidentschaft auf ihrer Webseite nennt, lautet: Die Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts auf netto null senken, damit das 1,5-Grad Ziel in Reichweite bleibt.

Netto null bedeutet, dass CO2-Emissionen, die dann noch freigesetzt werden, ausgeglichen werden durch Maßnahmen, oft auch als Senken bezeichnet, die CO2 aus der Atmosphäre entfernen, so dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre nicht mehr ansteigt. Dabei hofft man auf naturbasierte Lösungen wie zum Beispiel Aufforstung oder die Wiederherstellung von Mooren, Seegraswiesen und Mangrovenwäldern, aber auch auf technische Lösungen. Wie erfolgreich solche Lösungen sein können, ist aber ungewiss, besonders bei technischen Lösungen ist fraglich, wie schnell sie entwickelt und in großem Maßstab umgesetzt werden können. Außerdem ist fraglich ob bei hohen Emissionen die Kapazitäten der Senken ausreichen.

Zur Erreichung des Netto-null-Zieles nennt die britische COP-Präsidentschaft: Die Beschleunigung des Kohleausstiegs, die Beschränkung der Entwaldung, den beschleunigten Umstieg auf Elektrofahrzeuge und Investitionen in erneuerbare Energien.

Anpassung zum Schutz von Mensch und Natur

Hier geht es einerseits um Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Ökosystemen, andererseits um direkte Schutzmaßnahmen und Warnsysteme sowie eine widerstandsfähige Landwirtschaft und Infrastruktur.

Finanzierung

Im Pariser Abkommen haben sich die Industriestaaten verpflichtet, für die sich entwickelnden Länder jährlich 100 Milliarden Dollar für die Finanzierung von Maßnahmen zur Verringerungen ihrer Emissionen und für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung zu stellen. Und zwar sollte diese Summe schon 2020 erreicht werden und ab da jährlich erhöht werden. Laut OECD5 wurden 2019 knapp 80 Mrd. $ „mobilisiert“, gegenüber 78 Mrd. $ im Jahr davor und 71 Mrd. $ 2017.

Doch was bedeutet dieses „mobilisiert“? Oxfam international6 hat in einer Untersuchung festgestellt, dass der Großteil dieser Gelder, nämlich 80 Prozent, Kredite sind und keine Direkthilfe. Durch Zinsen und Rückzahlungen verringert sich der Wert der tatsächlichen Unterstützung. Außerdem sind in diesen Zahlen laut Oxfam auch Gelder enthalten, die nur zum Teil dem Klimaschutz und der Anpassung und zum Teil anderen Entwicklungmaßnahmen gewidment sind. Insgesamt verringert sich der Wert der tatsächlich geleisteten Unterstützung so auf ein Drittel! Vanessa Nakate aus Uganda forderte in ihrer Eröffnungsrede auf dem Jugendgipfel in Mailand die 100 Milliarden ein, und zwar nicht als Kredite, die die Schuldenlast der ärmsten Länder nur noch drückender machen, sondern als nicht rückzahlbare Zuschüsse.

Vanessa Nakate auf dem Jugendgipfle in Mailand
Foto: Democracy Now

Zusammenarbeit

Bei der COP26 soll das Pariser Regelwerk (Rulebook) finalisiert werden und die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft gestärkt werden. Das Pariser Regelwerk legt fest, wie die Ziele des Pariser Abkommens konkret umgesetzt werden sollen. Dabei geht es um Vereinheitlichung und Transparenz der Berichterstattung, Vereinheitlichung der Zeitpläne für die NDCs, gemeinsame Beurteilungsmaßstäbe für Fortschritte beim Erreichen der Klimaziele. Bei der COP26 sollen vor allem Details zum internationalen Emissionshandel abgestimmt werden. Dafür soll es ein gemeinsames und verlässliches Abrechnungsverfahren geben.

Die österreichische Delegation

Zur Eröffnung sind die Regierungschefs eingeladen. Wer das am 1. November für Österreich sein wird, steht derzeit (10.10.2021) wohl nicht fest. Geleitet wird die österreichische Delegation vom Klimaministerium, entweder wird die Ministerin selber oder eine von ihr betraute Person die Delegation anführen. Vertreter*innen anderer Ministerien, der Sozialpartner und auch von NGOs werden ebenfalls der Delegation angehören. Sowohl die EU als Ganzes als auch die einzelnen Mitgliedsstaaten sind Vertragspartner des Pariser Abkommens. Das Verhandlungsmandat wird von Beamten der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission ausgearbeitet und vom EU-Umweltministerrat beschlossen. Auch die österreichischen Verhandler*innen sprechen also immer im Namen der EU.

Der Standpunkt der EU

Der Rat der Europäischen Union hat am 5. Oktober den Standpunkt der EU für den Klimagipfel festgelegt. Darin wird betont, „dass es von höchster Dringlichkeit ist, die globale Reaktion auf die Klimakrise zu verstärken, und dass auf der ganzen Welt für eine gerechte und faire Klimawende gesorgt werden muss“.

Andrej Vizjak, slowenischer Minister für Umwelt und Raumordnung, hat erklärt: „Mit dem aktuellen Kurs wird es nicht gelingen, die Erderwärmung auf unter 1,5 ºC zu begrenzen. Es sind viele weitere gemeinsame Anstrengungen erforderlich, damit die Temperatur unseres Planeten innerhalb sicherer Grenzen bleibt. Auf der Konferenz wird die EU alle Vertragsparteien des Übereinkommens von Paris auffordern, ehrgeizige nationale Emissionsreduktionsziele vorzulegen, und die Industrieländer wird sie dazu aufrufen, mehr internationale Finanzmittel für den Klimaschutz bereitzustellen.“

In dem Beschluss wird darauf hingewiesen, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten die weltweit größten Geldgeber für den Klimaschutz sind, und es wird bekräftigt, dass sie weiterhin entschlossen sind, die Mobilisierung internationaler Finanzmittel für den Klimaschutz zu verstärken. Die anderen Industrieländer werden aufgefordert, ihre Beiträge aufzustocken und damit zum kollektiven Ziel der Industrieländer beizutragen, gemeinsam bis 2020 und durchgehend bis 2025 jährlich 100 Mrd. USD zu mobilisieren.

Weiters will sich die EU dafür einsetzen, dass die national festgelegten Beiträge sich einheitlich auf einen Zeitraum von fünf Jahren beziehen sollen, und dass einheitliche Regeln festgelegt werden, die einen internationalen Emissionshandel ermöglichen und die mehrfache Verrechnung von Emissionsreduktionen ausschließen.

Globaler Bürger*innenrat

Ein globaler Bürger*innenrat – Global Assembly – wird den Weltklimagipfel begleiten und beraten. 100 Menschen werden ausgelost, die repräsentativ für die Weltbevölkerung sprechen werden. Sie werden in den zwei Wochen, während die COP26 tagt, online über die Frage beraten: Wie kann die Menschheit die Klimakrise und die ökologische Krise fair und wirksam bekämpfen?“.

Die Auslosung erfolgt nach Kriterien, die beitragen sollen, den Rat entsprechend der Weltbevölkerung zusammenzusetzen: 70 Menschen werden aus Asien sein, 17 aus Afrika. Die Hälfte werden Frauen sein und 70 werden aus jenen Schichten sein, die weniger al 10 Dollar am Tag verdienen.

Ein Team von internationalen Wissenschaftler*innen und anderen Expert*innen wird ihnen die Details der Klimakrise erklären und mögliche Lösungen präsentieren. Ihr wichtigsten Botschaften werden dann auf dem Klimagipfel präsentiert und ein voller Bericht wird im März veröffentlicht. Die Global Assembly ruft dazu auf, lokale Bürger*innenräte – Community Assemblies – zu organisieren, in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft. Die Berichte von Community Assemblies, die bis zum 1. Jänner 2022 eintreffen, sollen in den Abschlussbericht der Global Assembly einfließen.

Programm der COP26

Neben den eigentlichen Verhandlungen, die Beschlüsse der COP in Untergruppen vorbereiten, finden eine Reihe von zum Teil hochrangigen Events zu Klimaaktivitäten statt.

Link zum Verhandlungsprogramm

Link zum Programm der Präsidentschaft

Links zu allen COP26 Kanälen auf Social Media

Gesichtet: Renate Christ


1 United Nations (2021): Nationally determined contributions under the Paris Agreement Synthesis report by the secretariat. Online: https://unfccc.int/sites/default/files/resource/cma2021_08_adv_1.pdf

2 Thiery W., Lange, S., Rogelj, J., Schleussner, C., Gudmundsson, L., Seneviratne, S.I., Andrijevic, M., Frieler, K., et al. (2021). Intergenerational inequities in exposure to climate extremes. Science DOI: 10.1126/science.abi7339

3 IPCC, 2018: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. In: 1,5 °C globale Erwärmung. Ein IPCCSonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau und die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionspfade im Zusammenhang mit einer Stärkung der weltweiten Reaktion auf die Bedrohung durch den Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung und Anstreng ungen zur Beseitigung von Armut. [V. Masson-Delmotte, P. Zhai, H. O. Pörtner, D. Roberts, J. Skea, P. R. Shukla, A. Pirani, W. Moufouma-Okia, C. Péan, R. Pidcock, S. Connors, J. B. R. Matthews, Y. Chen, X. Zhou, M. I. Gomis, E. Lonnoy, T. Maycock, M. Tignor, T. Waterfield (Hrsg.)]. World Meteorological Organization, Genf, Schweiz. Deutsche Übersetzung auf Basis der Version vom 14.11.2018. Deutsche IPCCKoordinierungsstelle, ProClim/SCNAT, Österreichisches Umweltbundesamt, Bonn/Bern/Wien, November 2018.

4 Lenton, T., Rockström, J., Gaffney, O., Rahmstorf, S., Richardson, K., Steffen, W., & Schellnhuber, H. (2019). Climate tipping points – too risky to bet against. Nature (London), 575(7784), 592-595. Online: https://www.nature.com/articles/d41586-019-03595-0

5 OECD 2021: Climate Finance Provided and Mobilised by Developed Countries: Aggregate Trends Updated with 2019 Data. Online: https://www.oecd.org/env/climate-finance-provided-and-mobilised-by-developed-countries-aggregate-trends-updated-with-2019-data-03590fb7-en.htm

6 Oxfam 2020: True value of climate finance is just a third of that reported by developed countries. Online: https://www.oxfam.org/en/press-releases/true-value-climate-finance-just-third-reported-developed-countries

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