21 Ölkonzerne planen CO2-Bomben im Ausmaß von 100 Gigatonnen

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer 2 Minuten.   

Die Internationale Energieagentur veröffentlichte Mitte 2021 ein Netto-Null-Szenario, in dem es heißt, dass keine neue Infrastruktur für fossile Brennstoffe entwickelt werden sollte, wenn das Temperaturziel von 1,5 °C eingehalten werden soll. Eine Forschungskooperation zwischen Urgewald und dem Global Registry of Fossil Fuels zeigt jedoch, dass Öl- und Gasunternehmen weltweit neue Felder erschließen, in denen mehr als 100 Gigatonnen Kohlendioxidäquivalent (CO2e)-Emissionen enthalten sind.

Über 20 Unternehmen haben Projekte in der Pipeline, die jeweils mehr als eine Milliarde Tonnen eingebettetes CO2e enhalten. Das größte Unternehmen ist Qatar Energy mit 7,4 Milliarden Tonnen, die in neue Projekte fließen, hauptsächlich durch die Erweiterung seiner Gasfelder. Sechs der zehn Unternehmen mit den höchsten Emissionen sind staatliche Unternehmen im Nahen Osten, Osteuropa und Asien.

In Projekte eingebettete Emissionen nach Firmen. Die Farbbalken bezeichnen die verschiedenen Länder, in denen die Firmen tätig sind.
Quelle: Global Registry of Fossil Fuels, CC BY-NC-SA

Westliche Supermajors entwickeln in vielen Ländern der Welt weiterhin Portfolios neuer Projekte. Beispielsweise sind bei ExxonMobil schätzungsweise 3,1 Milliarden Tonnen CO2e in Projekte in der Entwicklung in 14 Ländern eingebettet, während bei Shell 2,5 Milliarden Tonnen CO2e in neue Projekte in 21 Ländern eingebettet sind.

Die Analyse umfasst nicht nur die Verbrennung, sondern auch die Lieferkette, einschließlich Betrieb, Transport, Methan und diffuse Emissionen.

Bis 2030 werden die Länder der Welt doppelt so viele fossile Brennstoffe produzieren, wie mit dem 1,5°C-Ziel vereinbar sind

Die Global Registry of Fossil Fuels ist die erste Open-Source-Datenbank zur weltweiten Öl-, Gas- und Kohleproduktion und zu den entsprechenden Reserven. Durch die Erhöhung der Transparenz der Produktion fossiler Brennstoffe möchte die Datenbank das Verständnis der Auswirkungen der Gewinnung auf das verbleibende Kohlenstoffbudget verbessern und letztlich Entscheidungsträger:innen Informationen über dessen Management liefern.

Diese Grafik zeigt, wie schnell das verbleibende CO2-Budget (laut IPCC) unter verschiedenen Szenarien erschöpft sein wird. In der interaktiven Grafik können die unterschiedlichen Parameter eingestellt werden. Hier nur einige Beispiele.

Das Budget, um das 1,5°CZiel mit 83prozentiger Wahrscheinlichkeit zu erreichen, ist in allen Szenarien 2026 aufgebraucht.
Das Budget, um die Erderwärmung mit 50prozentiger Wahrscheinlichkeit auf 1,7°C zu beschränken, ist mit Business as usual 2036 und mit den verlautbarten Verpflichtungen 2037 aufgebraucht.
Selbst das Budget, um die Erderwärmung mit 50prozentiger Wahrscheinlichkeit auf 2°C zu beschränken, ist bei Business as Usual 2043 und mit verlautbarten Verpflichtungen 2045 aufgebraucht.

Quelle: Global Registry of Fossil Fuels, CC BY-NC-SA

Schätzungen zufolge werden Länder auf der ganzen Welt bis 2030 mehr als das Doppelte der fossilen Brennstoffe produzieren, die mit 1,5 °C vereinbar wären. Es ist klar, dass die Bewältigung der Klimakrise neben Maßnahmen auf der Nachfrageseite, also einer Steuerung des Verbrauchs, auch eine Steuerung des Angebots an fossilen Brennstoffen erfordert, und dass diese Steuerung fair und gerecht sein muss. Die Global Registry of Fossil Fuels ist die erste umfassende, unabhängige, politikneutrale und vollständig Open-Source-Datenbank, die das Ausmaß der CO2-Emissionen im Zusammenhang mit den nationalen Reserven und der Produktion jedes Landes aufzeigt und so politischen Entscheidungsträger:innen, Investor:innen und anderen helfen soll, fundierte Entscheidungen zu treffen, um die Produktion fossiler Brennstoffe an das 1,5 °C-Ziel anzupassen und Forscher mit den Daten auszustatten, die sie für eine zeitnahe Analyse benötigen.

Die Global Registry of Fossil Fuels fasst Daten aus Tausenden von Regierungs- und Unternehmensquellen aus der ganzen Welt an einem Ort zusammen – von der globalen Ebene bis hin zu einzelnen Projekten. Sie enthält Daten aus 139 Ländern, die fossile Brennstoffe produzieren, was 99 % der auf nationaler Ebene aggregierten Produktion fossiler Brennstoffe ausmacht.

Quelle: https://fossilfuelregistry.org/ CC BY-NC-SA

Titelbild: Martin Auer unter Zuhilfenahme von KI



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Climate Action Tracker: neues interaktives Datenportal

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer < 1 Minute.   

Der Climate Action Tracker hat ein neues Datenportal. Der Daten-Explorer führt Daten aus den Länderanalysen, Länderbewertungen und 1,5°C-kompatiblen Benchmarks zusammen, um dabei zu helfen, die Fortschritte (oder auch nicht) der Länder beim Klimaschutz besser zu verstehen.

Die CAT-Daten lassen sich jetzt in einem interaktiven Format auf der CAT-Website erkunden und man kann die Daten herunterladen, um eigene Diagramme zu erstellen.

So lassen sich Emissionen und Ziele verschiedener Länder nebeneinander darstellen. Wie schneiden beispielsweise die USA, EU und China im Vergleich ab? Auch spezifische Sektoren wie Gebäude, Elektrizität, Industrie oder Transport und verschiedene Indikatoren dazu wie zum Beispiel Anteil von Kohle an der Elektrizitätserzeugung oder die Emissionsintensität der Zementindustrie können nach Ländern verglichen werden.

Öffnet man die Seite, findet man zuerst den Ländervergleich anhand ihrer CAT-Bewertungen. Welche Länder sind auf dem Weg zu 1,5°C? (Spoiler: Keine)

Temperatur-, CAT-Thermometer- und Emissionslückendaten können weiterhin von ihren eigenen Seiten auf der Website heruntergeladen werden. Länderdaten können weiterhin von den Länderseiten heruntergeladen werden.

Hier geht es zum CAT Data Explorer



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Gratis-Klimaticket für alle 18jährigen

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer < 1 Minute.   

Das Gratis-Klimaticket für alle, die in diesem Jahr 18 Jahre alt werden, ist schon durch alle Medien gegangen, es ist zwar nicht mehr News, aber Good News ist es trotzdem. Viele schließen in diesem Jahr die Schule ab, wer studieren will, für den oder die beginnen erst mal wirklich lange Ferien, in denen sie das Ticket nutzen können. Und viele, die gerade den Führerschein gemacht haben, bekommen Gelegenheit auszutesten, wie man auch ohne Auto weiterkommen kann. Und in so manchen Köpfen wird sich die Idee verfestigen, dass öffentlicher Verkehr nicht unbedingt etwas kosten sollte. Das Gratis-Klimaticket bekommt man dort, wo auch sonst Klimatickets ausgestellt werden, zum Beispiel an Bahnhöfen. Man braucht dafür einen amtlichen Lichtbildausweis, ein Passfoto und die aktuelle Meldebestätigung.
In knapp 300 Gemeinden in Österreich ist auch ein sogenanntes „Schnupperticket“ verfügbar. Gemeindebürger:innen können mit dem übertragbaren Klimaticket die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Wie viele Tickets und wie lange man sich diese „ausborgen“ kann, bleibt der jeweiligen Gemeinde überlassen. In Salzburg und Niederösterreich kann das Ticket für drei Tage pro Monat ausgeliehen werden.
In den Ländern Kärnten, Vorarlberg,Tirol und Wien gibt es das derzeit nicht.
In welchen Gemeinden es dieses Angebot gibt, erfährt man auf https://www.schnupperticket.at/. Über diese Seite kann man dann auch ein Ticket reservieren.



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Renaturierungsgesetz jetzt! Mehr Lebensqualität für alle! Demo: 23. Mai ab 08:30 beim Denkmal der Republik

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer 2 Minuten.   

Aufnahmen von der Demo:


Mit Klick auf das Bild wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und es werden deren Datenschutzbestimmungen wirksam!
Sofia Palzer-Khomenko S4F

Mit Klick auf das Bild wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und es werden deren Datenschutzbestimmungen wirksam!
Reinhard Steurer S4F

Mit Klick auf das Bild wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und es werden deren Datenschutzbestimmungen wirksam!
Renate Christ S4F

Mit Klick auf das Bild wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und es werden deren Datenschutzbestimmungen wirksam!
Leila Kriechbaum FFF

Mit Klick auf das Bild wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und es werden deren Datenschutzbestimmungen wirksam!
Juliana Krohn S4F und Schülerinnen der NMS Enkplatz

Mit Klick auf das Bild wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt und es werden deren Datenschutzbestimmungen wirksam!
Wolfgang Suske Petition

Am 23. Mai findet im Wiener Rathaus eine Sondersitzung des Wiener Landtages zur Blockade des EU- Renaturierungsgesetzes statt. Wir werden deshalb am 23. Mai ab 08:30 Uhr Bürgermeister Ludwig darin bestärken, gemeinsam mit dem Kärntner Landeshauptmann Kaiser an der Zustimmung zum Renaturierungsgesetz festzuhalten. Handeln Sie im Sinne und im Interesse der Bürger:innen dieser Stadt, dieses Landes und von ganz Europa und plädieren Sie aktiv für das Renaturierungsgesetz!

Asphaltwüsten in unseren Städten und Dörfern, Agrarwüsten auf unseren Feldern, Fichten-Plantagen in unseren Wäldern – in Österreich und in ganz Europa wurden primäre Ökosysteme massiv zurückgedrängt. Die wenigen verbleibenden Ökosysteme geraten nun durch die voranschreitende Klimaerhitzung in noch größere Gefahr. Unsere Böden – Grundlage unserer Nahrungsversorgung – leiden unter den Belastungen der intensiven Landwirtschaft und gleichzeitig fallen diese wertvollen Böden – beispielsweise bei Wiener Neustadt – der Versiegelung durch Beton und Asphalt zum Opfer. Weniger intakte, naturnahe Ökosysteme bedeuten auch weniger Lebensqualität und mehr Risiken für uns alle!

Die Natur in Europa ist aus dem Gleichgewicht und hat der voranschreitenden Aufheizung unseres Kontinents nur wenig entgegenzusetzen. Dass die Zeit zum Handeln gekommen ist, führen uns nicht zuletzt die jüngsten Hochwasserkatastrophen eindrücklich vor Augen. Wollen wir die schlimmsten Szenarien der drohenden Klimakatastrophe abwenden, dürfen wir keine Zeit verlieren! Das EU-Renaturierungsgesetz stellt hierfür ein essentielles Instrument dar, in dessen Kern die Wiederherstellung wichtiger Ökosysteme steckt. Mit dem Gesetz können wir in Europa das Gleichgewicht in der Natur wiederherstellen und die Widerstandskraft gegenüber der Klimakrise und anderen menschengemachten Belastungen erhöhen.

Die ursprüngliche Blockade des Renaturierungsgesetzes durch den einstimmigen Beschluss der Bundesländer bezieht sich dabei auf eine veraltete Version des Gesetzes. In der aktuellen Fassung vom Februar diesen Jahres wurden zahlreiche Gegenargumente berücksichtigt. Wir sind erfreut, dass man das in Wien und Kärnten offensichtlich ähnlich sieht. Auch die in den vergangenen Tagen angeführten Kritikpunkte aus den verbliebenen Bundesländern können entkräftet werden, wie ein Faktencheck des WWF Anfang der Woche zeigte. Irreführende Aussagen wie jene, dass das Gesetz Enteignungen von Landbesitzer:innen mit sich bringe, können klar widerlegt werden. Im Gegensatz zu dem Plänen der ÖVP- geführten NÖ Landesregierung rund um Wiener Neustadt – dort sollen Landwirte für eine Umfahrungsstraße enteignet werden – sieht das Renaturierungsgesetz keine verpflichtenden Stilllegungen vor! Auch die Kritik an vermeintlichen Kosten läuft ins Leere, da klar gezeigt werden kann, dass jeder investierte Euro zu einem Mehrwert von 12 Euro für alle Europäer:innen führt.

Wenn die Landeshauptleute aus Wien und Kärnten der angekündigten Unterstützung Taten folgen lassen, steht einer Zustimmung aus Österreich nichts mehr im Weg. Die Stimme aus Österreich könnte entscheidend sein, um dieses zentrale Gesetzesvorhaben im Interesse der 450 Millionen EU-Bürger:innen auf den Weg zu bringen. Wir fordern daher erneut alle Landeshauptleute von SPÖ und ÖVP auf, jetzt für den Schutz der breiten Bevölkerung durch Renaturierung zu stimmen: Folgen Sie dem dringenden Handlungsaufruf zahlreicher EU-Mitgliedsstaaten und der Wissenschaft – lassen Sie das Renaturierungsgesetz Realität werden!

Anlässlich der Sondersitzung des Wiener Landtages am 23. Mai demonstrieren wir gemeinsam mit zahlreichen Bewegungen ab 08:30 Uhr vor dem Denkmal der Republik (Schmerlingplatz) unter dem Motto „Renaturierungsgesetz Jetzt! – Mehr Lebensqualität für Alle!“. Wir fordern die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Stabilisierung der Biodiversität, den Schutz unserer Böden und eine nachhaltige Landwirtschaft als Grundlage unseres Wohlstandes! Wir fordern das EU-Renaturierungsgesetz!



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Seit Paris haben Banken die fossile Industrie mit fast 7 Billionen Dollar finanziert

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer < 1 Minute.   

Laut dem Report „Banking on Climate Chaos“ haben die großen Banken der Welt seit dem Pariser Abkommen fast 7 Billionen (6.900.000.000) US-Dollar an Finanzmitteln für die fossile Industrie bereitgestellt. Forscher für den Bericht, der mittlerweile in der 15. Auflage erscheint, analysierten die Kreditvergabe der 60 größten Banken der Welt an mehr als 4.200 Unternehmen, die fossile Brennstoffe herstellen.

Fast die Hälfte – 3,3 Billionen US-Dollar – wurden in den weiteren Ausbau der fossilen Industrie . Selbst im Jahr 2023, zwei Jahre nachdem viele große Banken versprochen hatten, im Rahmen der Net Zero Banking Alliance auf eine Reduzierung der Emissionen hinzuarbeiten, beliefen sich die Bankfinanzierungen für fossile Unternehmen auf 705 Milliarden US-Dollar, wobei 347 Milliarden US-Dollar in die Expansion flossen.

Die größten Finanziers waren US-Banken, allen voran JP-Morgan Chase und Bank of America, Der weltweit zweitgrößte Geldgeber für fossile Brennstoffe war die japanische Bank Mizuho, Europas größte Finanziers waren Barclay, Santander und Deutsche Bank. Insgesamt haben europäische Banken dem Bericht zufolge im Jahr 2023 etwas mehr als ein Viertel der gesamten Finanzierung fossiler Brennstoffe aufgebracht.



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Gespräch der S4F Regionalgruppe West mit Ministerin Gewessler: Wird das Renaturierungsgesetz scheitern oder wird es wie die Alpenkonvention ein Papiertiger?

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer 2 Minuten.   

Die Regionalgruppe West der Scientists for Future hatte am KlimaCamp in Innsbruck ein kurzes aber fruchtbares Treffen mit Frau Ministerin Gewessler. Im Zuge dessen diskutierten sie die wenigen Optionen für ein mögliches Zustandekommen des EU-Renaturierungsgesetzes Das Renaturierungsgesetz ist als Biodiversitätsstrategie ein Kernelement des Europäischen Green Deals

Schweden, Polen, Italien, die Niederlande und – im letzten Moment, auf Betreiben des belgischen Ministerpräsidenten – Ungarn haben angekündigt, dagegen stimmen zu wollen, Österreich, Finnland und Belgien wollen sich enthalten, wodurch das Gesetz nicht die notwendige qualifizierte Mehrheit erreichte. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, müssen 15 Mitgliedsstaaten zustimmen, die zugleich auch mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Gegenwärtig wird die Zahl der Länder erreicht, das 65-Prozent-Quorum aber knapp verfehlt. Da das Gesetz beim Treffen der ständigen Vertreter beim EU-Rat diese qualifizierte Mehrheit nicht erreicht hat, konnte die Ratspräsidentschaft es nicht an das Treffen der Umweltminister:innen zur formellen Billigung verweisen.

Inzwischen wurde bekannt, dass Österreich die Option hat, das Gesetz via Zustimmung eines Landeshauptmannes bzw. einer Landeshauptfrau zu ratifizieren. Wenn die Länder zu einem Vorhaben eine einheitliche Stellungnahme an den Bund übermitteln, dann ist der Bund bei Verhandlungen und Abstimmungen in der EU an diese Stellungnahme gebunden. Widerspricht aber nur ein einziges Land der Stellungnahme, dann ist die Ministerin frei, nach eigenem Ermessen zu stimmen.

Die Option, das Renaturierungsgesetz mit Hilfe der Alpenkonvention umzusetzen, erwies sich als nicht gangbar. Die Alpenkonvention stellte sich als zahnloser Tiger heraus, blockiert durch die Schweiz und Bayern. Die RG-West wird weiterhin Druck auf die Alpenländer ausüben, In den Alpen sind die Temperaturen in den vergangenen 120 Jahren um knapp zwei Grad Celsius gestiegen – beinahe doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Und sie sollen noch mehr steigen. Forscher sagen einen Anstieg von weiteren zwei Grad Celsius für die nächsten 40 Jahre voraus.

Die S4F-West hat eine Arbeitsgruppe gegründet, um die Optionen für weiteres Vorgehen zu entwickeln. Sie stehen mit Mitgliedern des Kabinetts von BM Gewessler, dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, Climate Change Center Austria, Club of Rome, WWF und weiteren Organisationen in Verbindung.

Obwohl die S4F-West mit den besten Denkfabriken in Kontakt wäre, erscheint es unmöglich, einen Termin bei einem der Neun Landeshauptleuten zu bekommen.

Daher bitten sie um dringende Unterstützung von den österreichischen Regionalgruppen und den Mitgliedern der S4F. Unsere Schwesterorganisation in Deutschland plant aktuell ein Stellungnahme zu veröffentlichen.

Optionen zur Unterschrift:

https://www.renaturierungsgesetz.at

https://actionnetwork.org/petitions/natur-retten

https://actionnetwork.org/petitions/natur-retten


FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Der Kampf gegen den Klimawandel ist auch ein Kampf gegen die Krise der Lebenshaltungskosten

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer < 1 Minute.   

Erhöhte Durchschnittstemperaturen könnten die jährliche Lebensmittelinflation um bis zu 3,2 Prozentpunkte pro Jahr und die Gesamtinflation um bis zu 1,18 Prozentpunkte pro Jahr bis 2035 ansteigen lassen. Dies zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung PIK und der Europäischen Zentralbank EZB, die in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht wurde. Dieser Effekt bleibt über 12 Monate in reichen und armen Ländern gleichermaßen bestehen, was den Klimawandel zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Preisstabilität macht.

In der Studie untersuchten die Forschenden, wie sich Klimakennzahlen – wie hohe Temperaturen, extreme Regenfälle usw. – in historischen Daten auf die Inflation ausgewirkt haben. Die Studie zeigt, dass die Inflation nicht linear auf den Anstieg der monatlichen Durchschnittstemperatur reagiert: Den Autorinnen und Autoren zufolge steigt die Inflation, wenn die Temperaturen steigen, und zwar am stärksten im Sommer und in heißen Regionen in niedrigeren Breitengraden, zum Beispiel im globalen Süden.Die Forschenden untersuchten auch den Sommer 2022 in Europa, als Hitze und Trockenheit weitreichende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Wirtschaft hatten: „Anhand unserer Ergebnisse schätzen wir, dass der extreme Hitzesommer 2022 die Lebensmittelinflation in Europa um etwa 0,6 Prozentpunkte erhöht hat. Die für 2035 prognostizierte künftige Erwärmung würde die Auswirkungen solcher Extreme um 50 Prozent verstärken“, erklärt Maximilian Kotz, PIK-Forscher und Erstautor der Studie. „Diese Auswirkungen sind für Währungsunionen mit einem Inflationsziel von zwei Prozent wie die Eurozone sehr relevant und werden sich mit der zukünftigen globalen Erwärmung noch verstärken.“

Artikel: Maximilian Kotz, Friderike Kuik, Eliza Lis, Christiane Nickel (2024): Global warming and heat extremes to enhance inflationary pressures. Communications Earth & Environment. [DOI: 0.1038/s43247-023-01173-x]



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Petition an die Landeshauptleute: Blockade des EU-Renaturierungsgesetzes beenden!

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer < 1 Minute.   

Das EU-Renaturierungsgesetz, das bereits vom EU-Parlament im Februar 2024 verabschiedet wurde, zielt darauf ab, nachhaltige Standards im Schutz von Natur und Lebensräumen in Europa zu setzen. Trotz der Unterstützung durch SPÖ, Grüne und NEOS im EU-Parlament wird das Gesetz von den für Naturschutz zuständigen Bundesländern Österreichs blockiert.

Die fehlende Zustimmung Österreichs zum EU-Renaturierungsgesetz blockiert derzeit den Beschluss dieses Gesetzes in ganz Europa. Das Gesetz wäre die Grundlage einer EU-weiten Antwort auf die Klima- und Biodiversitätskrise.

Ein vielfältig zusammengesetztes, weitreichend engagiertes und parteiunabhängiges Unterstützungskomitee hat in Österreich eine Petition für das EU-Renaturierungsgesetz gestartet. Ziel ist, die Blockade durch einige Bundesländer aufzulösen, die bisher die Zustimmung zum Gesetz verweigern, obwohl das Umweltministerium seine Unterstützung zugesichert hat. Diese Maßnahme soll dringend benötigte Dynamik in die Angelegenheit bringen.

https://www.renaturierungsgesetz.at



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Liste der Unterzeichner:innen des Appels der Wissenschaft „Ja zum EU-Renaturierungsgesetz“

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer 6 Minuten.   

Die unterzeichnenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

o Assoz. Prof. Mag. Dr. Franz Essl, Universität Wien

o Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Rafaela Schinegger, Universität für Bodenkultur Wien

o Assoc. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Herbert Formayer, Universität für Bodenkultur Wien

o ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Irmgard Greilhuber, Universität Wien

o Dr. Birgit Hollaus, Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Recht und Governance, Department Sozioökonomie

o OA Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. med. Hans-Peter Hutter, Medizinische Universität Wien

o Prof. Dr. Lukas Kenner, Deputy Director Head: Department of Experimental Pathology and Laboratory Animal Pathology Medical University (MUV) & University of Veterinary Medicine Vienna (VetMedUni)

o Dr. Univ. Prof. i.R Kurt Kotrschal

o Dr. Johannes Rüdisser, Universität Innsbruck

o Univ.-Prof. Dr. Gabriel Singer, Institut für Ökologie, Universität Innsbruck

o Assoz. Prof. Dr. Alice Vadrot, Universität Wien

o O.Univ.Prof.i.R. Dipl.-Ing. Dr. Gerlind Weber, Universität für Bodenkultur Wien

o Dr. Verena Winiwarter, Umwelthistorikerin

o Ass.-Prof. Dr. Thomas Wrbka, Universität Wien

o Assoc. Prof. Dr. Johann Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

o Mag. Lisa Aigelsperger, Mitglied / Scientists for Future OÖ, Klima-Allianz OÖ, Südwind OÖ

o Mag. Heidemarie Amon, Universität Wien

o Joselyn Arreaga, B.Sc, Universität für Bodenkultur Wien

o Mag.(FH) Yvona Asbäck, MBA, Universität für Weiterbildung Krems

o Dr. Katrin Attermeyer, Senior Scientist / Universität Wien

o Dr. Birgit Bahtic-Kunrath, E.MA, Politikwissenschaftlerin / Internationales Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen

o Anthony Basooma, MSc., Univeristät für Bodenkultur Wien

o Moritz Benz, B.Sc., Univeristät für Bodenkultur Wien

o Univ.-Prof. Dr. Jens Blechert, Professor für Psychologie, Universität Salzburg

o DI (FH) René Bolz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter FWU

o Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Florian Borgwardt, Senior scientist/Universität für Bodenkultur Wien

o Dr. Carlo Bosi, Universität Mozarteum Salzburg

o Univ. Prof. Dr. Monika Bright, Universität Wien

o O.Univ. Prof. Dr.phil. Dr.h.c.mult. Bruno Buchberger, Professor an Johannes Kepler Universität, Institut RISC

o Silvia Bulgheresi, Univ. Prof. / University of Vienna

o Mag. Dr. Renate Christ, Direktorin Weltklimarat (ret.)

o Dr. Reinhold Christian, Physiker, Präsident FWU

o Univ.- Prof. Dr. Giuseppe Delmestri, Institutsvorstand / WU Vienna

o Ass.Prof.i.R. Mag. Dr.rer.soc.oec. Ing. Rudolf Dujmovits, Universität Graz

o Univ.-Prof. Mag. Dr. Stefan Dullinger, Universität Wien

o Univ.-Prof. Mag. Dr. Andreas Dür M.A., Universitätsprofessor, Universität Salzburg

o Ao.Univ.-Prof.i.R. Dipl.-Ing. Dr.techn. Manfried Faber, Technische Universität Wien

o Matthias Fasching, Universität Wien

o Dr.med.univ. Moritz Ferch, Wissenschaftliches Personal / Medizinische Universität Wien

o Em.Univ.-Prof. Dr. Marina Fischer-Kowalski, Universität für Bodenkultur Wien

o Univ.-Prof. Dr.Phil. Bernhard Flucher, Medizinische Universität Innsbruck

o Univ. Prof. Dr. Thomas Frank, Institutsleiter/BOKU

o Dr. Cornelia Franz-Schaider, Senior Lecturer / Institut für Biologie, Universität Graz

o Julia Fugger, BSc, Studien/Forschungsassisstentin – Universität Wien

o Mag. Dr. AndreaFunk, Universität für Bodenkultur

o Dr. Manuela Gamsjäger, Pädagogische Hochschule OÖ

o Dr. Barbara-Amina Gereben-Krenn, Universität Wien

o Univ.-Prof. Dr. Michael Getzner, PhD, Technische Universität Wien

o Michael Glaser, MSc PhD, Universität Wien

o Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Gregor Gorkiewicz, Medizinische Universität Graz

o Dipl.- Ing. Harald Grabenhofer, Fachbereichsleiter Forschung&Monitoring, Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel

o Dr. Thomas Griffiths, MSc, Universität Wien

o PD Dr. phil. Stefan Hagel, Österreichische Akademie der Wissenschaften

o Dipl.-Ing. Dr.techn. Martin Hagmüller, Technische Universität Graz

o Priv.-Doz. Mag. Dr.phil. Gertrud Haidvogl Universität für Bodenkultur WIen

o Mag.Dr. Christa Hainz-Renetzeder Senior Lecturer, Universität für Bodenkultur Wien

o Arch.in DIin Dr.in tech. Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation

o Dr. Sumeeta Hasenbichler, Pädagogische Hochschule Salzburg

o Johannes Hausharter, BSc. MSc, Universität Wien

o DI Bernhard Heilmann, Research Engineer / AIT Austrian Institute of Technology

o Univ.Prof. Dr. Thomas Hein, Universität für Bodenkultur Wien

o Jasmin Helnwein, MSc, Junior Lecturer/Researcher FH Technikum Wien

o Jennifer Hennenfeind, BSc MSc, Universität Wien

o Dipl.-Biol. Anette Herburger, Wissenschaft und Forschung, inatura Erlebnis Naturschau

o Univ.-Ass. Mag.rer.nat. Michael Holzer, PhD, Medizinische Universität Graz

o Mag. Hans Holzinger, Mitglied von Scientists for Future Salzburg, Autor

o Bastien Huber, Research & Education lead / Thinkubator

o Mirko Javurek, Postdoc Forscher Strömungs- und Wärmeprozesse, JKU Linz

o Dr. Elfriede Kalcher-Sommersguter, Lehrbeauftragte / Karl-Franzens-Universität Graz

o B.Sc. MSc Elias Kapitany, Universität Wien

o Dr. Hubert Keckeis, University of Vienna

o Melina Kerou, PhD, Senior Scientist/ University of Vienna

o Harald Kienzl, Energieberater ARGE EBA

o Dipl.-Ing. Dr. Mathias Kirchner, Universität für Bodenkultur Wien

o Dipl.-Geoökol. Steffen Kittlaus, Technische Universität Wien

o Mag.Dr. Ingrid Kleinbauer, Universitätslehrende

o Assoc. Univ. Prof. PD. Dr. Natascha Kleiter, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Medizinische Universität Innsbruck

o Julia Knogler, MA, Universität für Bodenkultur Wien

o Prof. em. Dr. Dr.h.c. Gerhard Knolmayer, Universität Bern

o HS-Prof. Dr. Bernhard Koch, Pädagogische Hochschule Tirol

o Dipl.-Ing. Bianca Köck, Technische Universität Wien

o Daniel Körner, MSc, Universität für Bodenkultur Wien

o Priv.-Doz. Dr. Christoph Koutschan, Österreichische Akademie der Wissenschaften

o Johannes Kowal, MSc., Univeristät für Bodenkultur Wien

o Mag. Rita Krebs, BA, Universität Wien

o Juliana Krohn, MA, Co-Koordinatorin der Scientists for Future Regionalgruppe West, Universität Innsbruck

o Priv.-Doz. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat. Matthias Kropf, Zoologisch-Botanische Gesellschaft in Österreich Wissenschaftlicher Beirat

o Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing.Dr.techn. Norbert Krouzecky, Technische Universität Wien

o DI Stefan Lefnaer, Ko-Autor der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen Österreichs 2022

o Bernd Lenzner, BSc MSc PhD, Universität Wien

o Daijun Liu, Ph.D., Universität Wien

o PD Mag. Dr. Gertraud Malsiner-Walli, Assist.Prof., Wirtschaftsuniversität Wien

o Dipl.-Ing. Stephan Martineau, Fraunhofer Austria Research GmbH

o Univ. Prof. Dipl. Biol. Dr. Harald Meimberg, Institut für Integrative Naturschutzforschung, Universität für Bodenkultur,

o Dipl.-Ing. Kevin Merl, Universität für Bodenkultur Wien

o Dr. Paul Meulenbroek MSc, Dr. Universität für Bodenkultur Wien

o Ina Meyer, Dr. Umweltökonomin / Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)

o Prof. Dr. habil. Thomas Mohrs, Pädagogische Hochschule Oberösterreich

o Dr. Ulrich Morawetz, Senior Scientist / Universität für Bodenkultur Wien, Department für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften

o Georg H. Niedrist, PhD, Universität Innsbruck

o Univ.-Prof. Dr. Markus Öhler, Professor an der Universität Wien

o Prof. Dr. Jörg Ott, Univ. Prof. i.R., Universität Wien

o Dr. Michaela Panzenböck, Universität Wien

o Maria Papenfuss, M.A., Universität Bayreuth

o Univ.-Prof.i.R. Dr.phil. Richard Parncutt, Professor für Systematische Musikwiss. i. R. /Uni Graz

o Dr. Jana Petermann, Assoz. Prof., Universität Salzburg

o Mag.a Birgit Peterson, Universität Wien

o Ao.Univ.-Prof.i.R. Mag. Dr.phil. Erna Pfeiffer, Ao. Univ. Prof. i. R. / Universität Graz

o Dr. Sebastian Pfleiderer, Geosphere Austria

o DDipl.Ing. Dr. Kurt Pinter, Universität für Bodenkultur Wien

o Prof. Mag. Mag. Dr. Ivo Ponocny, Professor / Sigmund Freud Privatuniversität

o Simon Probst, MSc, Berechnungsingenieur

o Stephan Pühringer, Johannes Kepler Universität Linz

o Dipl. Ing. Dr.in Brigitte Ratzer, Abteilung Genderkompetenz TU Wien

o Mag. Dr. Klaus Rieser Ao, Univ. Prof. Institut für Amerikanistik, Universität Graz

o Mag. (FH) Andrea Robitza, BA, Mitarbeiterin Botanik Institut, Universität für Bodenkultur

o Priv.Doz.Dr. Martin Rubey, Technische Universität Wien

o Dr. Peter Sackl, Universalmuseum Joanneum, Graz

o Dr. Helmut Sattmann, Assoziierter Wissenschafter, Naturhistorisches Museum Wien

o Mag. Dr.phil.Patrick Scherhaufer, Universität für Bodenkultur Wien

o Mag. Dr. Susanne Schidler, Senior Researcher/Technikum Wien

o DI Beatrix Schiesser, Wissenschaftliche Mitarbeiterin / BOKU University

o Dr. Thomas Schinko, Senior Research Scholar / IIASA

o Anna Schliesselberger BA, MSc, Fachhochschule Salzburg

o Lilia Schmalzl, MSc, Senior Researcher, FH Kärnten

o Dr Astrid Schmidt-Kloiber, Senior Scientist, BOKU University

o Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Stefan Schmutz, Universität für Bodenkultur Wien

o Dipl.-Ing. Jasmin Schomakers, Forschungsmanagerin/Holzforschung Austria

o Dr. Anna Schreuer, Science, Technology and Society Unit, ISDS, TU Graz

o Mag. Ines Schuster, Technische Koordination

o Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Eva Schwab, stellver. Leitung Institut für Städtebau TU Graz

o Dr. René Sedmik, Univ. Ass. / Atominstitut TU Wien

o Dipl.-Ing. Roxane Seiwald, Universität für Bodenkultur Wien

o Emer. Univ.Prof. Dr. Raimund, Sobotka, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft Uni Wien

o Maximilian Sohmen, PhD, Medizinische Universität Innsbruck

o Dr. Stephen Sokoloff

o PD Dr. Sieghart Sopper, Medizinische Universität Innsbruck

o Johannes Stangl, PhD student / Complexity Science Hub Vienna

o Martina Stangl, Gewässerökologin/Gutachterin

o Jan Streeck, Dr.Postdoc, BOKU Wien

o Prof. Dr. Martin Stuchtey, Professor, Innsbruck University; Founder The Landbanking Group

o Univ.-Prof.Dr. Christian Sturmbauer, Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie, Universität Graz

o Dipl.-Ing. Marco Sulzgruber, Universtität für Bodenkultur Wien

o Mag. DDr. Werner Suppanz

o DI Dr. Nina Svanda, TU Wien

o Mag. Ruth Swoboda, Geschäftsführende Direktorin, inatura Erlebnis Naturschau

o Dr. Nikolaus Szucsich, ABOL Koordinator / Naturhistorisches Museum Wien

o Dr. Elias Tappeiner, Wiss Mitarbeiter UMIT Tirol

o Birgit Teufer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Ferdinand Porsche FERNFH

o Assoz. Prof. Mag. Dr. Andreas Tribsch, Universität Salzburg

o Assoc. Prof. DI Dr.techn. Michael Tritthart, Universität für Bodenkultur Wien

o Dr. Mag. Isabella Uhl-Hädicke, BA, Senior Scientist, Universität Salzburg

o Piero Visconti, PhD, International Institute for Applied Systems Analysis

o Mag. Simon Vitecek Ph.D., WasserCluster Lunz – Biologische Station GmbH

o Doz. Dr. Tilman Voss, Fachgruppe Politik und Recht, Scientists for Future Austria

o Univ. Prof. Dr. Michael Wagreich, Universität Wien

o Johannes Waldmüller, PhD, Ass.-Prof, Universität Wien & Klimawandelberater, Brot für die Welt/Diakonie-ACT Austria

o Mag. Dr. Celine Wawruschka, Historikerin/selbstständig

o ao. Univ.-Prof. Dr.phil. Johannes Weber, Honorarprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien

o Mag. Dr. Angela Wegscheider, Senior Scientist / Johannes Kepler Universität Linz

o Mag. Ilse Wenzl, Universität Wien

o Philipp Wilfinger, BSc MA, Universität Graz & FH Joanneum Graz

o Dr. Wolfgang Willner, Privatdozent / Universität Wien

o Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Silvia Winter, Universität für Bodenkultur Wien

o Veronika Winter, BEd, MEd, Universität Wien

o Teresa Maria Rosa Winter, MSc, Wissenschaftliche Mitarbeiterin/PhD Studentin, Dep. für funktionelle und evolutionäre Ökologie, Universität Wien

o Sophie Elaine Wolf, Scientists for Future Österreich

o Johann Zeiringer, PH Burgenland – Hochschullehrer

o Mag. Ph.D. Brenda Maria Zoderer, Universität für Bodenkultur Wien



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram

Reinhard Steurer zur Klimapolitik der Neos

FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail
Lesedauer 3 Minuten.   

Reinhart Steurer ist Professor für Klimapolitik an der Universität für Bodenkultur. Hier die Zusammenfassungn seiner Rede bei der Aktion der S4F am 6. 5. 2024 vor der Neos-Parteizentrale

Die Neos sind eine liberale Partei rechts der Mitte, die das Problem ernst nimmt

Ich kann mit etwas Erfreulichem anfangen, im Unterschied zum Protest bei der ÖVP. Erfreulich ist, dass bei den Neos Sachverstand durchaus eine Rolle spielt und dass das Sicherheitsrisiko der Klimakrise dieser Partei bewusst ist. Der zweite erfreuliche Punkt ist, dass wir mit den Neos eine liberale Partei rechts der Mitte haben, die sowohl das Problem ernst nimmt, als auch ernst zu nehmende Lösungen anzubieten hat. Das unterscheidet die Neos auch von der liberalen Schwesterpartei FDP, die im EU-Parlament ja in derselben Fraktion ist als ALDE, und die leider wie die ÖVP Märchen erzählt: von E-Fuels für den Verbrennungsmotor, von Wasserstoff in den Heizungen. Diese Märchen habe ich von den Neos zum Glück noch nicht gehört. Das unterscheidet sie tatsächlich, auch von anderen liberalen Parteien in Europa. Und somit ist sie tatsächlich eine Alternative zur ÖVP für jene rechts der Mitte, denen Klimaschutz wichtig ist und die Scheinklimaschutz überwinden wollen.

Die Neos stehen aber in der Tradition des Neoliberalismus

Aber natürlich stehen die Neos als liberale Partei in der Tradition des Neoliberalismus, und der ist eindeutig ein Treiber der Klimakrise. Es ist kein Zufall, dass die Klimakrise etwa seit den 1990er Jahren eskaliert, parallel dazu, dass der Neoliberalismus als globales Modell Erfolge feiert. Mit dieser Interpretation bin ich nicht alleine, da gibt es durchaus prominente Wisenschaftlerkolleg:innen, die das ähnlich sehen. Zum Beispiel Naomi Oreskes, Autorin des Buchs „Merchants of Doubt“ schreibt im Buch „Der Kollaps der westlichen Zivilisation“: „Der Neoliberalismus ist eine Ideologie, und wie jede Ideologie fällt er in der Realität in Schlaglöcher.“ Das heißt, er kriegt Schwierigkeiten, weil die Ideologie nicht unbedingt zur Realität passt. Aus der ideologischen Sicht werfen dann Neoliberale Wissenschaftlern vor, ideologisch zu agieren. Das nennt die Psychologie „Projektion“. Man wirft den anderen das vor, was man selber tut, nämlich ideologisch denken.

Auf die Frage, „Kann ein neoliberale System langfristig agieren?“ sagt Oreskes: „Nein. Weil die neoliberale Anbetung von Deregulierung uns selbst und die Welt vergiftet.“ Das Resultat dieser Deregulierung sehen wir in der Klimakrise, das ist ein Faktum, das der Neoliberalismus maßgeblich mitgestaltet hat. Er ist somit unvereinbar mit einer ökosozialen Marktwirtschaft.

Zum Schluss noch ein Zitat von Kim Robinson, dem Autor des lesenswerten Buches „Das Ministerium für die Zukunft“: „The invisible hand never picks up the check“, also die unsichtbare Hand des Adam Smith bezahlt nie die Kosten. Und damit sich das ändert, braucht es einen ökologischen Handabdruck, der Regulierung einfordert und der die unsichtbare Hand dann lenkt. Deswegen; „ökologischer Handabdruck statt invisible hand“.

CO2-Preis statt Verbotspolitik?

Jetzt würden die Neos wahrscheinlich sagen: „Moment, Moment, wir sorgen ja dafür, dass die externen Kosten beglichen werden, nämlich mit unserem Konzept für einen CO2-Preis.“ Das ist durchaus ambitioniert, aber es steht nach wie vor stark in neoliberaler Tradition, und zwar in zweifacher Hinsicht: Zum einen ist das Konzept des CO2-Preises, wie es die Neos vorschlagen – mit einem hohen Preis und Entlastung bei den Lohnkosten – nicht wirklich sozial ausgewogen, weil diejenigen, die wenig Lohnsteuer oder keine Lohnsteuer zahlen, am wenigsten davon profitieren würden. Die hätten dann tatsächlich ein Akzeptanzproblem und würden zu Recht einwenden: „So eine Klimapolitik wollen wir nicht.“

Wenn man die FDP in Deutschland beobachtet, könnte man den Verdacht kriegen, dass das tatsächlich eine bewusste Taktik ist, einen möglichst hohen, politisch fast unmöglichen CO2-Preis anzusetzen, um damit Verbote zu verhindern. Wenn man dann schaut, was die Neos klimapolitisch im Programm haben, dann findet man Programmpapiere wie zum Beispiel eines von Neos-Lab aus dem September 2021 mit dem Titel: „CO2-Preis statt Verbotspolitik – liberale Optionen für Klimaschutz“.Und da müssen wir jetzt korrigierend eingreifen und sagen „Richtig wäre: CO2-Preis und Ge- und Verbote, Evidenz statt neoliberale Scheuklappen!“.

Es ist ganz eindeutig, dass ein CO2-Preis zwar wichtig ist, aber dass es darüber hinaus natürlich auch Verbote braucht, dass es den ganze politischen Werkzeugkoffer braucht, um diese große Krise in den Griff zu kriegen. Es ist ganz sicher eine falsche Dichotomie, also ein falscher Gegensatz, zu sagen: „CO2-Preis statt Verbote“.

Das Konzept der Neos ist sozial nicht ausgewogen

Wären wir noch in den 90er Jahren, würde ich sagen, eine ökologische Steuerreform ist durchaus sinnvoll, damit kann man umsteuern. Mittlerweile wissen wir, dass das nicht funktioniert, weil die politische Akzeptanz fehlt. Die Leute sehen die Entlastung auf der Lohnsteuerseite kaum, hingegen sehen sie die Belastung an der Zapfsäule sehr wohl. In Deutschland hat man gesehen, die Akzeptanz für so etwas ist nicht groß, es ist sozial nicht ausgewogen, und es funktioniert ganz sicher nicht als Ersatz für Verbote.

Kurzum: Die Neos sind tatsächlich Teil der Lösung. Das ist positiv, aber es ist eine Lösung mit liberalen Scheuklappen. Wir laden die Neos ein, diese Scheuklappen abzunehmen, eine klimapolitische Programmatik zu erarbeiten mit weniger Ideologie und mehr Evidenz, und dass sie tatsächlich auch den Sachverstand berücksichtigen. Denn wir trauen den Neos zu, dass sie Sachverstand über den neoliberalen Hausverstand stellen. In diesem Sinne: Mut für eine neue Programmatik mit weniger neoliberalen Zügen, und dann kann das was werden.



FacebooktwitterrssyoutubeinstagramFacebooktwitterrssyoutubeinstagram