Manfred Kienpointner über Klimawandelrhetorik

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Unter dem Motto “Open your Course for Climate Crisis” (OC4CC) holen Wissenschaftler*innen und Lehrer*innen in der Woche vom 17.5 bis 23.5 2021 die Klimakrise in Klassenzimmer und Lehrveranstaltungen. Zusammen mit „Fridays For Future“, „Students For Future“, „Teachers for Future“ und „Scientists for Future“ soll die Klimakrise auch während der Pandemie die dringend nötige Aufmerksamkeit bekommen.

Manfred Kienpointner vom Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck spricht über Klimawandelrhetorik aus argumentationslinguistischer Perspektive.


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Können synthetische Brennstoffe die Ölheizung retten? Leider nein!
Stellungnahme der S4F zum Brief der Wirtschaftskammer OÖ an die Bürgermeister*innen

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Im Februar hat die Wirtschaftskammer Oberösterreich ein Schreiben an alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Oberösterreich geschickt, in dem sie Verbote von Verbrennungsmotoren und Ölheizungen als „standortfeindlich, bürgerfern und sozial ungerecht“ bezeichnete. Man könne doch fossile Brennstoffe durch synthetische ersetzen und so die bestehenden Infrastrukturen weiter benutzen.

Scientists for Future Österreich hat sich die Argumente der WKOÖ sehr genau angesehen und eine wissenschaftlich begründete Stellungnahme dazu ausgearbeitet, die wir allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zukommen ließen.

Synthetische Kraftstoffe sind keine Universal-Lösung in der Klimakrise. Am Verbot von Ölheizungen und Verbrennungsmotoren führt kein Weg vorbei. Nach einer eingehenden Prüfung kommen Scientists for Future zu dem Schluss, dass das Versprechen, synthetisch hergestellte Kraftstoffe könnten Ölheizungen und den klassischen “Benziner” oder “Diesel” retten, nicht eingelöst werden kann. Vor allem nicht in den nächsten 10 Jahren, die entscheidend für die Erreichung der Pariser Klimaziele sind. Zwar können synthetische Treibstoffe CO2-neutral erzeugt und eingesetzt werden, allerdings ergeben sich bei der Herstellung und Anwendung erhebliche Energieverluste. Bis 2030 kann in Österreich nicht genügend Strom aus erneuerbarer Energie erzeugt werden, um synthetischen Kraftstoff in den benötigten Mengen herzustellen. Vor allem im Verkehr ist der Wirkungsgrad (Anteil der tatsächlich nutzbar gemachten Energie) bei Verbrennungskraftmotoren viel geringer als bei elektrischen Antrieben: ein typischer Batterie-elektrischer PKW verbraucht auf 100 km ca. 15 bis 20 kWh, ein Verbrenner 55 bis 60 kWh.

Auch synthetische Kraftstoffe verursachen im Betrieb Schadstoffe und Feinstaub — wenn auch weniger als fossile Kraftstoffe, sie sind teuer und aufwendig in der Herstellung, und man wird sie zu 100 % in Anwendungen brauchen, für die es keine elektrischen Alternativen gibt, wie zum Beispiel in der chemischen Industrie oder für Schwerlastmaschinen.

Viel effektiver ist die thermische Sanierung von Gebäuden und die Nutzung von Fernwärme, Wärmepumpen und Abwärme. Durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, von Radstrecken und Sharing-Konzepten können wir den Bedarf an energieeffizienten E-Autos deutlich reduzieren ohne auf unsere gewohnte Mobilität verzichten zu müssen.

Nachdem die gute wissenschaftliche Praxis Objektivität, Transparenz und Überprüfbarkeit fordert, haben wir der Stellungnahme einen wissenschaftlichen Begleitbrief angefügt, der die Vor- und Nachteile synthetischer Brennstoffe genau erläutert und alle Quellen für unsere Argumente anführt.


Titelfoto: Wikimedia Commons, Autor: Maschinenjunge, CC BY-SA 2.5

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Benzin aus Strom?
Potentiale und Risiken von synthetischen Kraftstoffen für den Klimaschutz
von Martin Auer

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Studie: Ueckerdt, F., Bauer, C., Dirnaichner, A. et al. Potential and risks of hydrogen-based e-fuels in climate change mitigation. Nature Climate Change (2021). https://doi.org/10.1038/s41558-021-01032-7

E-Fuels oder synthetische Kraftstoffe sind Kohlenwasserstoff-Brennstoffe, die aus Wasserstoff und CO₂ synthetisiert werden. Dabei wird Wasserstoff durch Elektrolyse aus Wasser gewonnten. CO₂ kann direkt aus der Atmosphäre, aus Biomasse oder aus Industrieemissionen gewonnen werden. Diese flüssigen oder gasförmigen Brennstoffe können ihr jeweiliges fossiles Gegenstück perfekt ersetzen. Sie zeichnen sich aus durch hohe Energiedichte und können gut gelagert und transportiert werden. Sie könnten also als Speicher für aus Windkraft- oder Solaranlagen gewonnene Energie genutzt werden.

Dadurch eignen sie sich sehr gut für den Einsatz in Bereichen, die nur schwer direkt elektrifiziert werden können, zum Beispiel für den Einsatz in der chemischen Industrie, für Langstreckenflüge, industrielle Prozesse, die hohe Temperaturen erfordern, Schwerlasttransporte und Langzeit-Energiespeicherung.

Problematisch ist laut den Autoren der Studie die Hoffnung, synthetische Brennstoffe könnten fossile Brennstoffe so weit ersetzen, dass der Umbau von Infrastrukturen für die direkte Elektrifizierung überflüssig wird. CO₂ mit Hilfe von synthetischen Brennstoffen einzusparen, kostet derzeit 800 bis 1.200 Euro pro Tonne. Bei großindustrieller Produktion könnten die Kosten bis 2050 auf 20 bis 270 Euro pro Tonne eingespartes CO₂ gesenkt werden. Doch die Autoren halten es für unwahrscheinlich, dass synthetische Brennstoffe früh genug reichlich und billig zu haben sein werden. Es wäre gefährlich, die Transformation zu direkter Elektrifizierung zu vernachlässigen. Das könnte zu einem Lock-In-Effekt führen: Sollten E-Fuels nicht den Erwartungen entsprechen, wäre man weiter auf fossile Brennstoffe angewiesen. Eine vernünftige Klimapolitik, so die Autoren, sollte den Einsatz von synthetischen Brennstoffen fördern, aber sich absichern gegen das Risiko, dass nicht genügend davon zur Verfügung stehen könnten.

Die Autoren berechnen, dass die Energieeffizienz – also die Umwandlung von Elektrizität in nutzbare Energie – je nach Einsatzgebiet 10 bis 35 Prozent beträgt. Daraus folgt, dass 2 bis 14 Mal so viel elektrische Energie benötigt wird, als für die direkte Elektrifizierung.

Die Klimawirksamkeit von E-Fuels hängt von der Kohlenstoff-Intensität der zur Erzeugung benötigten Elektrizität und der CO₂-Quelle ab. Beim derzeitigen Elektrizitätsmix in Deutschland etwa (Daten von 2018), würden E-Fuels in Autos, LKWs oder Flugzeugen 3 bis 4 Mal so viel Treibhausgas emittieren als fossile Brennstoffe! Bis 2030 kann also von synthetischen Kraftstoffen kein Klimaschutz-Effekt erwartet werden, es sei denn, sie könnten aus Ländern mit reichlich Wind- und Sonnenkraft und den für die Erzeugung notwendigen Anlagen importiert werden.

Der vollständige Text der Studie ist zum Beispiel mit einem Zugang von der Universität Wien erreichbar: https://www.nature.com/articles/s41558-021-01032-7.

Anmerkung: Da auch in Österreich unter anderem von der Wirtschaftskammer Oberösterreich für E-Fuels als Ersatz für die Elektrifizierung von Heizung und Verkehr geworben wird, hat S4F unabhängig von dem nun erschienenen Artikel eine eigene Stellungnahme zu diesem Thema erarbeitet und kommt zu den gleichen Schlussfolgerungen:

  • Auf Grund der geringen Gesamteffizienz können bis 2030 synthetische Treibstoffe keinen nennenswerten Beitrag zur Reduktion unseres Ausstoßes liefern.
  • Die Herstellung ist derzeit nicht wirtschaftlich rentabel in Österreich umsetzbar.
  • Aufgrund der kleinen zu erwartenden Produktionsmenge sind syntehtische Kraftstoffe nur für Nischenanwendungen eine Lösung, dürfen aber nicht als Ausrede verwendet werden, eine Elektrifizierung im Heiz- und Verkehrssektor zu verzögern.

Titelfoto: Pixabay

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1 Prozent der Weltbevölkerung verursacht 50 Prozent der CO2-Emissionen durch Flugverkehr

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Gössling, Stefan, & Humpe, Andreas. (2020). The global scale, distribution and growth of aviation: Implications for climate change. Global Environmental Change, 65, 102194. https://doi.org/10.1016/j.gloenvcha.2020.102194

Fliegen ist eine der Energie-intensivsten Konsum-Formen, stellen die Studienautoren fest. Laut IATA 1 fliegt der „Durchschnittsbürger“ einmal alle 22 Monate. Dieser Durchschnitt sagt nicht viel aus, wenn man bedenkt, dass mehr als 80 Prozent der Bevölkerung noch nie ein Flugzeug bestiegen haben und in einem Jahr nur 11 Prozent fliegen. Von diesen nehmen höchstens 4 Prozent der Weltbevölkerung internationale Flüge in Anspruch. Und 1 Prozent der Weltbevölkerung ist für 50 Prozent der CO2-Emissionen durch Flugverkehr verantwortlich.

Generell sind die Pro-Kopf-Emissionen auf der Welt höchst ungleich verteilt: 10 Prozent der Weltbevölkerung verursachen 45 Prozent der gesamten Emissionen, die untersten 50 Prozent tragen nur 13 Prozent bei. In der EU sind 1 Prozent der Bevölkerung für 27 Prozent der Emissionen verantwortlich, mit einem Pro-Kopf-Ausstoß von55 Tonnen CO2e 2.

Im Kreis derer, die besonders viel CO2 verursachen, ist Flugverkehr die Konsumkategorie mit den höchsten Emissionen. Flugreisende sind überproportional wohlhabend. So ist zum Beispiel der Besitz von mehreren Wohnungen oder Häusern – womöglich in verschiedenen Ländern oder auf verschiedenen Kontinenten – ein Grund für häufiges Fliegen. Wer Business-Class fliegt, also einen größeren Teil des Flugzeugs für sich beansprucht, verursacht auch mehr Emissionen. Rund 70 Prozent aller Geschäftsreisen sind laut World Bank Business-Class (dreifache Emissionen) oder First Class (neunfache Emissionen). First Class Suite wird auf das Fünfzehnfache an Emissionen im Vergleich zu Economy geschätzt.

Doch die höchste Energie-Intensität haben Privatflugzeuge, da sie noch weniger Personen pro Energieeinheit transportieren. Schätzungen sagen, dass Privatflugzeuge für bis zu 1500 Tonnen CO2 pro Besitzer*in und Jahr verursachen.

Auch in Ländern mit hohem Durchschnitteinkommen fliegt nur eine Minderheit, z. B. 47 Prozent in den USA und 35 Prozent in Deutschland.

In einem Jahr besteigen 53 % der erwachsenen Bevölkerung der USA kein Flugzeug. 35 Prozent buchen 1 bis 5 Flüge pro Jahr. 12 Prozent buchen 6 oder mehr Flüge.
Quelle: Gössling, Stefan, & Humpe, Andreas. (2020). The global scale, distribution and growth of aviation: Implications for climate change. Global Environmental Change, 65, 102194. https://doi.org/10.1016/j.gloenvcha.2020.102194

Die Autoren der Studie kritisieren, dass der internationale Flugverkehr sowohl im Kyoto-Protokoll als auch im Pariser Abkommen aus der Berichtspflicht der Länder ausgenommen wurde. Ebenso halten sie fest, dass die beiden Abkommen sich nur auf langlebige Treibhausgase beziehen, aber den Strahlungsantrieb 3 durch Stickoxide und Wasserdampf (Kondensstreifen), der beim Flugbetrieb entsteht, außer acht lassen. Dieser Beitrag ist aber vergleichbar oder noch größer als der durch CO2 alleine, je nach Schätzung bis zu doppelt so hoch.

Die Autoren schließen, dass die gegenwärtige Klimapolitik in Bezug auf den Flugverkehr unzureichend ist. Sie fordern starke regulierende Eingriffe. Da eine geringe Zahl von sehr wohlhabenden Konsument*innen für den Großteil der Flugreisen verantwortlich ist, würden sich mäßige Preiserhöhungen kaum auswirken. Würde man dagegen die Flugaktivität des einen Prozent mit den meisten Flügen halbieren, so würde das die Emissionen aus dem kommerziellen Passagiertransport um über 25 Prozent senken.

Die Studie ist unter einer Creative Commons Lizenz allgemein zugänglich.

Foto: Hush Hush (CC BY 2.0)


1 International Air Transport Association

2 CO2-Äquivalent: Die Wirkung der Treibhausgase wird umgerechnet auf die Wirkung von CO2 und zusammengezählt.

3 Maß für die Änderung der Energiebilanz der Erde durch Änderung der Wirkung der Strahlung aus dem Weltraum, gemessen in Watt pro quadratmeter

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Zum Earth Day 2021: Es gibt inzwischen mehr menschengemachte Dinge als lebende Wesen

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Studie: Global human-made mass exceeds all living biomass

Elhacham, Emily; Ben-Uri, Liad; Grozovski, Jonathan; Bar-On, Yinon M.; Milo, Ron (2020): Global human-made mass exceeds all living biomass. In: Nature 588 (7838), S. 442–444. DOI: 10.1038/s41586-020-3010-5 .

Eine Studie vom Weizmann-Institut in Israel, die im Dezember in nature veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Menschheit im Jahr 2020 eine weitere Schwelle überschritten hat: Die Masse der von Menschen erzeugten Stoffe übersteigt nun die gesamte Biomasse1 des Planeten, obwohl wir Menschen selber nur 0,01 Prozent der gesamten Biomasse ausmachen.

Die massiven Veränderungen der Erdoberfläche durch den Menschen haben aber nicht erst im Industriezeitalter begonnen. Seit der landwirtschaftlichen Revolution vor ungefähr 3000 Jahren haben wir die pflanzliche Biomasse von damals ungefähr zwei Teratonnen2 um die die Hälfte reduziert. Wir bauen zwar großflächig Nutzpflanzen an, doch ist ihre Biomasse (0,01 Tt) nur äußerst gering im Verhältnis zum Verlust an Biomasse durch Abholzung, Waldbewirtschaftung und andere Änderungen der Landnutzung. Diese Verringerung der globalen Biomasse wirkt sich massiv auf den Kohlenstoffzyklus und damit aufs Klima aus.

Die anthropogene Masse hat sich laut der Studie in den letzten 100 Jahren alle 20 Jahre verdoppelt. Derzeit produziert die Menschheit pro Jahr 30 Gigatonnen an – Dingen. Das heißt, im Durchschnitt produziert jedes Menschenwesen in einer Woche mehr als sein eigenes Körpergewicht an anthropogener Masse.
Hauptsächlich besteht diese Masse aus Beton, Aggregaten wie z. B. Schotter und Kies, Ziegeln und Asphalt. Es sind also oberflächennahe geologische Ablagerungen – Fels und Mineralien – die wir in für uns nützliche Form umwandeln. Und das hat weitgehende Folgen für natürliche Lebensräume, Biodiversität und verschiedene klimatische und biochemische Kreisläufe, wie die Autor*innen schreiben. Kurz gesagt: Wir betonieren und pflastern die Erde zu.

Abbildung 1: Quelle: https://www.nature.com/articles/s41586-020-3010-5

Plastik macht mengenmäßig nur einen Bruchteil der menschengemachten Masse aus. Doch macht die Menge an Plastik (8 Gigatonnen), die heute auf dem Planeten existiert, das Doppelte der Biomasse aller Tiere (4 Gigatonnen) aus. Gebäude und Infrastruktur übertreffen mit 1.100 Gigatonnen die Biomasse von Bäumen und Sträuchern (900 Gigatonnen).

Abbildung 2: Quelle: https://www.nature.com/articles/s41586-020-3010-5

Am Beginn des 20. Jahrhunderts betrug die anthropogene Masse erst 3 Prozent der globalen Biomasse. Erst nach dem 2. Weltkrieg setzte die „große Beschleunigung“ ein, eine rasante Zunahme des Konsums und der Urbanisierung.

Wenn dieser Trend sich fortsetzt, wird die anthropogene Masse inklusive Abfall im Jahr 2040 drei Teratonnen übersteigen und damit drei Mal so groß sein wie die dann vorhandene Biomasse.

Die vollständige Studie kann z. B. mit einem Zugang der Universitätsbibliothek Wien gelesen werden.


1 Nach Trockengewicht

2 1 Tt = 1012 Tonnen

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Klimazustandsbericht 2020: wieder ein heißestes Jahr

Unschlagseite und Highlights
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2020 war eines der drei heißesten Jahre der Messgeschichte, sagt der Bericht „State of the Global Climate 2020“ der World Meteorological Organisation der UNO. Die weltweite Durchschnittstemperatur lag bereits 1,2°C über dem vorindustriellen Niveau. 1

  • Die Konzentration der wichtigsten Treibhausgase – Kohlendioxid, Methan und Lachgas – ist weiter gestiegen, obwohl die Emissionen bedingt durch Covid-19 zeitweilig gesunken sind.
  • 2020 war eines der drei heißesten Jahre der Messgeschichte. Die letzten sechs Jahre waren insgesamt die heißesten der Messgeschichte. In Werchojansk (Russland) wurden am 20. Juni 38,0°C gemessen – die höchste jemals gemessene Temperatur nördlich des Polarkreises.
  • Der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich. Die in den Ozeanen gespeicherte Wärme nimmt ebenso zu wie die Übersäuerung. Das verringert die Fähigkeit der Ozeane, den Klimawandel zu mildern.
  • Die jährliche Mindestausdehnung des arktischen Meereises war die zweitniedrigste jemals gemessene. Der Rückzug des Meereises in der Laptev-See 2 war der früheste seit Beginn der Satellitenbeobachtung.
  • Der Eisverlust der Antarktis beschleunigte sich um 2005. Derzeit verliert die Antarktis jedes Jahr ungefähr 175 bis 225 Gigatonnen Eis.
  • Die Hurrikan-Saison im Nordatlantik war außergewöhnlich aktiv. Hurrikane, extreme Hitzewellen, massive Dürren und Waldbrände führten zu wirtschaftlichen Verlusten von zig Milliarden Dollar und forderten viele Todesopfer.
  • In der ersten Hälfte des Jahres wurden 9,8 Millionen Menschen zeitweise oder auf Dauer durch Wetterkatastrophen vertrieben.
  • Die durch Wettereinflüsse verursachten Probleme in der Landwirtschaft wurden durch Covid-19 noch verschärft, so dass die Ernährungsunsicherheit weiter gestiegen ist.

1 Schwankungsbreite: plus minus 0,1°C

2 Ein Randmeer des Nordpolar-Meers

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Interview mit Prof. Franz Essl zum österreichischen Earth Overshoot Day

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"Franz Essl zum österreichischen Earth Overshoot Day 2021" von Martin Auer | S4F-Interview

Es gibt inzwischen mehr menschengemachte Dinge auf der Erde als Pflanzen und Tiere. Was macht das mit dem Planeten? Mehr als 90 Prozent aller großen Säugetiere sind Menschen und ihre Nutztiere, und nur ein verschwindender Teil sind noch Wildtiere. Wohin führt uns das? Wir sprechen mit dem Biodiversitätsforscher Franz Essl über die weltweite Übernutzung von Atmosphäre, Land und Wasser. Außerdem geht es um die Schwierigkeiten, den Wohlstand zu bewahren und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch zu senken. Wir fragen, ob wir Arbeit und Arbeitszeit nicht neu gestalten sollten und wie wir die Landnutzung regeln sollen, damit wir weiter fruchtbare Böden und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt haben. Wir sprechen auch darüber, ob es in der Landwirtschaft nur darum gehen kann, möglichst billige Nahrungsmittel herzustellen, und wie ein sozialer Ausgleich aussehen könnte, wenn nachhaltige Produktion auch entsprechend bezahlt wird.

Anlässlich des österreichischen Earth Overshoot Day am 07.04.2021 macht Martin Auer ein Interview mit Assoz.Prof. Mag. Dr. Franz Essl vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien.

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Interview mit Prof. Reinhard Steurer zum österreichischen Earth Overshoot Day

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"Reinhard Steurer zum österreichischen Earth Overshoot Day 2021" von Martin Auer | S4F-Interview

Der 7. April ist für Österreich der Welt-Erschöpfungstag. Wenn die ganze Welt so viele Ressourcen verbrauchen würde wie Österreich, hätte sie an diesem Tag alles verbraucht, was der Planet in einem Jahr wiederherstellen kann. Der Politologe Prof. Steurer erklärt, wie es möglich ist, mehr Ressourcen zu verbrauchen, als eigentlich da sind. Und warum Österreich hier besonders schlecht dasteht. Und ob Wohlstand nur von der Wirtschaftsleistung abhängt. Er zeigt drei Strategien auf, durch die der Ressourcenverbrauch von der Wirtschaftsleistung entkoppelt werden könnte, und liefert eine überraschende Begründung dafür, warum wir von allen Seiten dazu aufgefordert werden, unseren persönlichen ökologischen Fußabdruck zu berechnen. Und schließlich erklärt er, warum die meisten Menschen finanziell profitieren würden, wenn das Ausstoßen von einer Tonne CO2 100 Euro kosten würde.

Anlässlich des österreichischen Earth Overshoot Day am 07.04.2021 macht Martin Auer ein Interview mit Assoz.Prof. Mag. Dr. Reinhard Steurer vom Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik der Universität für Bodenkultur Wien.

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Klimastreik: 1068 Klimaaktionen in 68 Ländern, 5000 auf der Wiener Ringstraße

S4F mit großem Banner vor der Hauptuni Wien
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Laut Fridays for Future Österreich haben sich 5000 Menschen an der 3 km langen Menschenkette um die Wiener Ringstraße beteiligt. Rund um den Globus haben 1068 Aktionen in 68 Ländern stattgefunden. Auch wenn die Zahlen nicht an die Aktionen des bisher größten weltweiten Klimastreiks vom September 2019 heranreichen, so war es global doch der größte Streik seit Beginn der Coronakrise.

Foto: Christian Zauner. Scientists for Future vor der Hauptuni Wien

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Earth Hour: Licht aus für Klimaschutz heute 20:30 bis 21:30

Schloss Schönbrunn, einmal ibeleuchtet, einmal dunkel
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Auf Initiative des WWF findet heute am 27. März 2021 von 20:30 bis 21:30 die „Earth Hour“ statt. Haushalte, Organisationen, Unternehmen und Gemeinden schalten für eine Stunde das Licht ab, um daran zu erinnern, dass die Menschheit ihren Energieverbrauch – und auch den Verbrauch anderer Ressourcen – drastisch reduzieren muss, um eine Klimakatastrophe in letzter Minute zu verhindern.

Rund um die Welt wird in dieser Stunde die Beleuchtung öffentlicher Gebäude und Wahrzeichen abgeschaltet. In Wien zum Beispiel von Schloss Schönbrunn, Belvedere und Rathaus. In mehr als 180 Ländern machen auch Millionen privater Haushalte mit.

Zu Hause sollte man statt des elektrischen Lichts auch keine Kerzen verwenden. Auch die setzen ja CO2 und Ruß frei. Man kann sich ja auch einmal im Dunkeln Geschichten erzählen oder einfach über die Welt nachdenken. Und im Fall des Falles ein kleines LED-Licht oder die Taschenlampe des Handys verwenden.

Nicht vergessen sollte man, dass Earth Hour nur ein Zeichen setzt, aber keine effektive Energiesparmaßnahme ist. Wir sollten diese Stunde nützen, um über die Situation des Planeten nachzudenken und über all das, was sich ändern muss, damit auf ihm ein vielfältiges und gutes Leben möglich bleibt – oder wird.

Foto: Hubert Nagele / WWF Österreich

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