Bürgermeister Ludwig will mit Lobauautobahn Flächenversiegelung vermeiden?
Stellungnahme von S4F-Wien/NÖ/Bgld

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Aufgrund der jüngsten Aussagen von Bürgermeister Ludwig in einem Puls4-Interview sehen sich Scientists for Future in Wien, Niederösterreich und Burgenland veranlasst, in aller Deutlichkeit festzuhalten dass der Bau neuer hochrangiger Straßen und Autobahnen ohne jeden Zweifel zur Versiegelung intakter Flächen führt. Es ist zudem wissenschaftlich erwiesen, dass zusätzliche Straßenangebote das Verkehrsaufkommen erhöhen. Der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoß ist zwischen 1990 und 2019 bereits von 18% auf 30% gestiegen und wird mit der von Bürgermeister Ludwig angedachten Verkehrsstrategie leider weiter ansteigen.

Die Versiegelung von wertvollen Böden, die sowohl als Agrarflächen als auch als Lebensraum für Ökosysteme dienen, führt zu einer weiteren Verschärfung der Klimakrise. S4F-Wien/NÖ/Bgld empfehlen daher der Stadtregierung, in Fragen des Umweltschutzes, Klimaschutzes und der Bodenversiegelung erneut ihren Klimarat zu konsultieren. S4F stellen auch gerne ihren Factsheet zum Lobautunnel zur Einsichtnahme zur Verfügung:

https://at.scientists4future.org/wp-content/uploads/sites/21/2021/08/Stellungnahme-und-Factsheet-Lobautunnel-S4F-Wien.pdf

Titelbild: Charly Gutmann

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24.9.: Weltweiter Klimastreik

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Светски климатски штрајк – küresel iklim grevi – Global climate strike – Világszerte éghajlati sztrájk – Ogólnoświatowy strajk klimatyczny – Greva globale e klimës – Svetovna podnebna stavka – Svjetski klimatski štrajk – Celosvětová klimatická stávka – إضراب مناخي عالمي – Greva climatică globală – Sciopero globale per il clima – Globálny klimatický štrajk – اعتصاب اقلیمی جهانی – Grève mondiale pour le climat – La Klimako Straiko

PROTEST WAR NOCH NIE SO WICHTIG WIE JETZT!

Flutkatastrophen, Waldbrände, Hungersnöte, Flucht – was wir diesen Sommer gesehen haben, wird in Zukunft nur extremer werden. NOCH bleibt uns Zeit, das Schlimmste zu verhindern. Wenn wir jetzt gemeinsam laut sind und auf die Straße gehen!

Wir haben genug von Lügen, Korruption und dem Warten auf technologische Wunderlösungen, die es nie geben wird. Die Verantwortlichen müssen zum sofortigen Handeln gebracht werden!

Soziale Ungerechtigkeiten wie Armut, Rassismus oder Sexismus hängen direkt mit der Klimakrise zusammen. Wir lassen nicht zu, dass jene von der Politik zurückgelassen werden, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben.

Daher rufen wir ALLE Menschen dazu auf, für die notwendige Veränderung aufzustehen: Kämpfen wir an diesem Wendepunkt der Geschichte für eine soziale, gerechte Welt innerhalb der Grenzen unseres Planeten. Es ist die einzige Chance, die wir haben!

Treffpunkte und Uhrzeiten

Wien: um 11:55 Uhr, am Praterstern vor dem Globus am Zeiss-Planetarium

St. Pölten: um 12:30 Uhr, am Bahnhof

Linz: um 13:30 Uhr, am Bahnhofsvorplatz zwischen Brunnen und Löwenstatue (folgt dem Banner)

Salzburg: um 15:00 Uhr, am Hauptbahnhof vor der Sissi-Statue

Graz: um 12:00 Uhr, am Griesplatz

Klagenfurt: um 11:00 Uhr, am Heiligengeistplatz

Innsbruck: Hier könnt ihr euch um 16:00 Uhr im Rapoldipark den FFF anschließen (https://fridaysforfuture.at/events/weltweiter-klimastreik-24-9/alle-fur-s-klima-innsbruck)

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Klimakatastrophe: Das Montreal-Abkommen zur Rettung der Ozonschicht hat uns noch einmal davonkommen lassen
von Martin Auer

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Das Montreal-Abkommen von 1987 zur Rettung der Ozonschicht hat uns vor einer noch viel schlimmeren Klimakatastrophe bewahrt, als wir sie jetzt erleben. In einer soeben von nature veröffentlichten Studie berechneten die Autor*innen um Paul Young von der Lancaster University, wie die Welt im Jahr 2100 ohne dieses Abkommen aussehen würde. Die Unterzeichnerstaaten verpflichteten sich zur Reduzierung und schließlich zur vollständigen Abschaffung der Emission von chlor- und bromhaltigen Chemikalien (Fluorkohlenwasserstoffe – FCKWs), die Ozon in der Stratosphäre zerstören. Diese obere Ozonschicht schützt die Erde vor übermäßiger UV-Einstrahlung. Diese Strahlung führt beim Menschen in geringerer Dosis zu Sonnenbrand, in starker Dosis verursacht sie Krebs und andere Gesundheitsschäden.

FCKWs sind aber auch starke Treibhausgase. Wären sie weiter im selben Maß in die Atmosphäre gelangt, würden sie die Erde im Jahr 2100 um 1,7°C zusätzlich erwärmen. Doch das ist nicht alles. Das verstärkte UV-Licht hätte auch die Pflanzen auf der Erde massiv geschädigt. Dadurch würden die Pflanzen um 85 Prozent weniger Kohlenstoff binden können. Es würden zwischen 325 und 690 Gigatonnen CO2 zusätzlich in die Atmosphäre gelangen. Zum Vergleich: laut jüngsten Berechnungen dürfen wir noch 270 bis 330 Gigatonnen emittieren, wenn wir das Pariser Klimaziel von 1,5°C Erwärmung mit einiger Wahrscheinlichkeit noch erreichen wollen. Allein das zusätzliche CO2 würde eine zusätzliche Erwärmung um 0,8°C bewirken. Alles zusammengenommen würde die Welt um 2,5°C heißer werden. Mit anderen Worten: Ohne das Montreal-Abkommen würden wir schon jetzt unaufhaltsam auf eine heiße Welt zutaumeln.

Das Montreal-Abkommen betraf nur einige wenige Chemikalien, die vor allem als Kühlmittel und Treibmittel für Spraydosen verwendet wurden, und für die auch schon Ersatz vorhanden war. In fossile Brennstoffe ist um viele Größenordnungen mehr Kapital investiert, die notwendige Transformation beschränkt sich nicht auf einige Industriezweige, sondern betrifft unsere gesamte Wirtschafts- und Lebensweise. Trotzdem zeigt uns das Montreal-Abkommen, dass es möglich ist, durch gemeinsame Anstrengungen aller Staaten das Leben auf der Erde zu schützen.

Quelle: Young, P.J., Harper, A.B., Huntingford, C. et al. The Montreal Protocol protects the terrestrial carbon sink. Nature 596, 384–388 (2021). https://doi.org/10.1038/s41586-021-03737-3

Gesichtet: Fabian Schipfer
Titelbild: Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum

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