Nicht nur Pillen: Gesundheit braucht Klimaschutz
von Michael Krassnitzer

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Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen setzen sich für unsere Gesundheit ein, nicht nur, indem sie uns Pillen und Therapien verschreiben, sondern auch, indem sie für Maßnahmen zum Klimaschutz kämpfen. Der folgende Artikel ist ursprünglich in doktor in wien – Mitteilungen der Ärztekammer für Wien Nr. 10 2021 erschienen. Wir geben ihn mit Erlaubnis des Autors wieder.

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„Lobauer Erklärung“: Wissenschaftler*innen und Klimaschützer*innen gemeinsam gegen verfehlte Verkehrspolitik

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In einer von den Umwelt- und Klimaorganisationen VIRUS, System Change not Climate Change und Fridays For Future veranstalteten Pressekonferenz präsentierten ein generationenübergreifend zusammengesetztes Podium aus umweltbezogenen Wissenschaften und Vertreter*innen der Klima- und Umweltbewegung die „Lobauer Erklärung“ als Manifest für Verantwortungsvolle Klima- und Umweltpolitik und gegen die Lobau-Autobahn stellvertretend für ein System „fossiler Großprojekte“.

Scientists for Future haben im August eine Stellungnahme veröffentlicht, aufgrund derer auch wir bestätigen können, dass die Forderungen der Erklärung wissenschaftlich begründbar sind.

„LOBAUER ERKLÄRUNG“

MANIFEST GEGEN DIE LOBAU-AUTOBAHN UND FÜR VERANTWORTUNGSVOLLE KLIMA- UND UMWELTPOLITIK

  1. Österreich versagt seit drei Jahrzehnten systematisch bei der Erfüllung der Klimaziele und treibt damit die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen voran. Es ist immer noch nicht gelungen, auch nur eine geringfügige Senkung der Treibhausgasemissionen unter das extrem hohe Ausgangsniveau von 1990 zu etablieren. Seither wurden, bezogen auf das ohnehin unzureichende Kyoto-Ziel (1995), über 280 Millionen Tonnen zu viel ausgestoßen. Um das 1,5-Grad-Limit von Paris (2015) einzuhalten und globale Klimagerechtigkeit zu gewährleisten, braucht es statt klimapolitischen Rückschritten eine massive Emissionsreduktion!
  2. Hauptverantwortlich für Österreichs Klimaversagen ist der Verkehr. Noch immer passiert hier viel zu wenig, es werden sogar Weichen in die falsche Richtung gestellt: Umweltschädliches Verhalten wird gefördert und mit neuen Autobahnen soll der klimaschädliche Autoverkehr für weitere Jahrzehnte in Beton gegossen werden.
  3. Die Lobau-Autobahn (S1 Schwechat Süßenbrunnsamt Lobautunnel) ist das größte, teuerste und umweltschädlichste Autobahnbauvorhaben Österreichs. Dies gilt umso mehr, wenn die Satellitenprojekte „S8 Marchfeldschnellstraße“, „S1 Spange Seestadt“ und die Stadtautobahn „Stadtstraße Aspern“ hinzugezählt werden.
  4. Die Lobau-Autobahn – stellvertretend für den gesamten fortgesetzten Autobahnneubau – ist ebenso wie Hainburg und Zwentendorf ein Symbol dafür, wie es mit einer verfehlten Umweltpolitik nicht mehr weitergehen kann.
  5. Die Lobau-Autobahn bringt keine Verkehrsentlastung! Diese findet nur in politischen Sonntagsreden statt. Die ASFINAG-Verkehrsuntersuchungen zeigen eindeutig, dass die Autobahn stattdessen zu mehr Gesamtverkehr auch auf dem bestehenden Straßennetz führen würde.
  6. Die Lobau-Autobahn ist ein Musterbeispiel fehlgeleiteter und schädlicher Raumentwicklung. Sie befeuert die Zersiedelung und führt in Folge zu direkter und indirekter Versiegelung wertvoller Bodenflächen und gefährdet die Artenvielfalt.
  7. Die Lobau-Autobahn ist sozial ungerecht.
    Statt günstige öffentliche Mobilität für alle bereitzustellen, wird schädlicher Autoverkehr für wenige gefördert. An den Folgen von Lärm und Verschmutzung leiden vor allem finanziell Benachteiligte, während Auto- und Baukonzerne Profite einstreifen. Die Lösung für das Verkehrsproblem ist ein flächendeckendes Angebot an attraktiven öffentlichen Verkehrsmitteln, mehr Wege für Rad- und Fußverkehr sowie Verkehrsvermeidung.
  8. Die Lobau-Autobahn ist ein klimapolitischer Kipppunkt. Wir stehen vor der Mammutaufgabe, unsere Emissionen drastisch zu reduzieren, um die politisch vereinbarte und wissenschaftlich notwendige 1,5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten. Im kompletten Widerspruch dazu würde mit der geplanten Lobau-Autobahn für weitere Jahrzehnte zusätzlicher Verkehr erzeugt und somit der Weg Richtung Klimakatastrophe festzementiert werden.
  9. Nicht nur das Klima, auch die Umwelt wäre massiv von der Lobau-Autobahn betroffen: Die Lobau ist der westlichste Teil der eindrucksvollen Donauauen, einem einzigartigen Naturraum mit höchster Artenvielfalt. Sie sind Nationalpark und Europaschutzgebiet und dennoch nicht ausreichend vor menschlichen Eingriffen geschützt.
  10. Die Lobau lebt von ihrem Grundwasser. Im geologisch heiklen „Schwechater Tief“ soll der Lobautunnel als Hindernis in wasserführenden Schichten vorangetrieben werden. Dies betrifft sowohl oberflächennahes Grundwasser als auch Tiefengrundwasser. Weiters soll für große Baugruben Wasser abgepumpt werden. Das bedroht sowohl die Trinkwasserversorgung als auch das hochsensible Auenökosystem, das bereits heute unter Wasserknappheit leidet.
  11. Mit dieser „LobauerErklärung“ wenden wir uns insbesondere an die politischen Verantwortlichen: Österreich und der Großraum Wien stehen vor einer entscheidenden Weichenstellung. Ohne eine Verkehrswende werden sämtliche Klimaziele verfehlt und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen angeheizt. Die Zeit für fossile Megaprojekte wie die Lobau-Autobahn und ihre Satelliten ist abgelaufen.
  12. Die Absage des Projekts ist notwendiger Beginn dafür, dass Österreich seinen gerechten Beitrag für einen Planeten erbringt, auf dem eine lebenswerte Zukunft für alle möglich ist!

Hermann Knoflacher, Helga Kromp-Kolb, Barbara Laa, Bernd Lötsch, Clara Pories, Wolfgang Rehm, Lucia Steinwender, Peter Weish

Titelfoto: Ivan Radic, Flickr



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Wegener Center: Wir müssen jedes Jahr 4,5 Mio t CO2 einsparen, um bis 2040 klimaneutral zu werden

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Ob Klimaschutzmaßnahmen wie die kürzlich präsentierte Ökosoziale Steuerreform uns auf dem Weg zur Klimaneutralität weiterbringen, lässt sich an einer ganz klaren Messlatte ablesen. Um bis 2040 klimaneutral zu werden darf Österreich ab jetzt nicht mehr als 700 Millionen Tonnen CO2eq1: in die Atmosphäre gelangen lassen. Das errechnete das Wegener Center für Klima und globalen Wandel der Universität Graz2. Daraus folgt, dass bis 2030 jedes Jahr 4,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden müssen. Derzeit emittiert Österreich jährlich ca. 80 Millionen Tonnen, die 4,5 Millionen Tonnen wären also 5,6 Prozent davon. Ein CO2 -Preis ist eine der möglichen Maßnahmen, um diese Reduktion zu erreichen. Doch der Weg kann nicht sein, verschiedene Maßnahmen zu setzen und dann zu sehen, auf welche Summe sie sich wohl addieren. Der Weg kann nur sein, von einem strikten Reduktionspfad auszugehen und festzustellen, welche Maßnahmen nötig sind, um die Reduktion von 4,5 Millionen Tonnen jährlich zu erreichen.

Die blaue Linie in der obigen Grafik des Wegener Centers zeigt den Verlauf der Treibhausgas-Emissionen seit 1990. Man sieht, dass der Rückgang durch die Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 nur vorübergehend war. Im Jahr 2021 – das lässt sich jetzt schon sagen – liegen die Emissionen wieder auf dem Niveau von 2019. Der weitere Verlauf der blauen Linie zeigt, wie sich die Emissionen bis 2050 entwickeln müssen, um „netto null“ zu erreichen. Die grüne Linie zeigt den Verlauf der Emissionen abzüglich der Einsparungen, die sich durch Veränderungen in der Landnutzung ergeben3. Diese Linie erreicht 2050 den Nullpunkt unter der Voraussetzung, dass der Emissionsreduktionspfad eingehalten wird. Die rote Linie zeigt das theoretisch jedes Jahr noch zur Verfügung stehende CO2-Budget.


1: CO2eq = CO2-Äquivalente. Die Treibhausgase wie Methan, Lachgas, Stickoxide und andere werden nach ihrer Wirkung in CO2 umgerechnet.

2: Kirchengast, G., Steininger K.:Treibhausgasbudget für Österreich auf dem Weg zur Klimaneutralität 2040

3: LULUCF = „Land use, land use change and forestry“

Grafik: Kirchengast, Steininger, Schleicher – Wegener Center 2021



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Neues Factsheet:
Klimafreundliche Matura- und Sprachreisen

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Maturareisen und Sprachreisen werden oft schon zu Anfang des Schuljahrs geplant. Deshalb haben S4F dieses Factsheet zu klimafreundlichem Reisen ausgearbeitet. Es soll Schüler*innen und Eltern dabei unterstützen, das Thema „klimafreundliches Reisen“ in der Klasse, in der Schüler*innenvertretung oder im Elternverein auf den Tisch zu bringen. Also einfach herunterladen – ausdrucken oder per Email weiterschicken – und übers Klima reden!

Die Maturareise ist an vielen Schulen Österreichs eine schöne Tradition. Nach dem Stress der Prüfungen macht man gemeinsam Urlaub, um den Abschluss zu feiern und die Schulzeit mit einem gemeinsamen Erlebnis zu beenden.
Eine solche Maturareise wird oft schon lange vor der Matura geplant und dabei sind angehende Maturanten und MaturantInnen mit Fragen konfrontiert wie: „Wohin soll‘s gehen?“, „Wie kommen wir hin?“ und: „Wo werden wir wohnen?“.
Die folgenden Fakten mit einem Fokus auf umweltfreundlichen Tourismus sollen bei der Planung dieser Reise unterstützen. 

Anreise

Treibhausgasemissionen Beispiele:

Wien-Dubrovnik (Kroatien) hin und zurück:
Flugzeug: ca. 290 kg pro Person
Bus: ca. 54 kg pro Person

Wien-London hin und zurück:
Flugzeug: ca. 500 kg pro Person
Bahn: ca. 104 kg pro Person

Unterkunft

Je mehr Service Hotels bieten (z.B. Wellness), desto mehr Energie wird vom Hotel verbraucht. Auch je heißer der Ort des Urlaubs ist, desto mehr Energie wird im Hotel zur Kühlung verbraucht.
Verpflegung
Bei Buffet-Angebote in Restaurants und Hotels fällt viel Abfall an. Die Wahl von vegetarischen und veganen Speisen erlaubt hohe Emissionsreduktion.

Tipps zur Planung

Je näher das Reiseziel, um so weniger Emissionen fallen an, das ist klar. Und mit Bus oder Bahn ist man bald da.
Eine Sprachreise allerdings führt notgedrungen ins Ausland. Doch auch entferntere Ziele kann man mit der Bahn schnell erreichen: Die schnellste Zugverbindung von Wien nach Paris etwa beträgt nur 10 Stunden und 17 Minuten2. Die schnellste Zugverbindung von Wien nach London beträgt 14 Stunden und 4 Minuten2.
Unterkünfte wie private Appartements erlauben persönliche Flexibilität in der Versorgung, führen dadurch auch zu einer Reduktion von Restaurantbesuchen und erlauben es die gängigen Frühstückbuffets in Hotels zu meiden.
Unterkünfte mit Zertifikaten wie z.B. Green Globe (https://www.greenglobe.com/), EarthCheck (https://earthcheck.org/) versichern ressourcenschonende und umweltfreundliche Versorgung.
Klimaschonend ist auch eine Verpflegung mit vegetarischen und regionalen Produkten.


Wichtig sind …
… sicheres Reisen und Feiern.
… gemeinsam als Klasse den Abschluss zu feiern. 
… Zusammenhalt, denn Klimaschutz kann nur gemeinsam gelingen!  

Details

Anreise

Die Wahl des Verkehrsmittels für die Anreise zu einem gewählten Reiseziel bestimmt maßgebend die Treibhausgasemissionsbilanz über den gesamten Urlaub: Flugzeugreisen verursach die meisten Treibhausgasemissionen. Rund das 5-fache weniger wird bei einer Fahrt mit einem PkW über die selbige Distanz emittiert und am wenigsten bei der An- und Rückreise durch Bus oder Bahn. 

Unterkunft

Hotels gehören in vielen Ländern zu den energieintensivsten Gebäuden im Gebäudesektor. Je mehr Serviceleistungen ein Hotel zu bieten hat, z.B. im Bereich Wellness, desto höher ist der Energieverbrauch. Eine Studie in Österreich hat gezeigt, dass der Strombedarf bei 5-Sterne-Betrieben am höchsten ist. Ein weiterer entscheidender Faktor im Energieverbrauch ist auch die Klimatisierung. Nachgewiesenermaßen braucht ist der Stromverbrauch von Hotels in heißeren Urlaubsorten höher. 

Verpflegung

Mit dem Reisen geht auch die Nutzung von Gastronomieangeboten einher. Die Bereitstellung der Gerichte selbst ist mit vielen Umweltschäden und Klimaeinflüssen wie dem Einsatz von Pestiziden, Einsatz genetisch modifizierten Organismen,  Verwendung großer Wassermengen, Lebensmittel- und Verpackungsabfällen sowie mit Emissionen von Treibhausgasen durch großen Energieverbrauch und Transport verbunden. In der Produktionskette von Lebensmitteln fällt sehr viel Abfall an. In der Gastronomie kommt es bei Buffets wegen des übergroßen Angebots zu weiterer Verschwendunjg. Pro Jahr werden innerhalb der EU 11 Mio. Tonnen Lebensmittel nur in der Gastronomie verschwendet. 26% der globalen Treibhausgasemissionen sind auf den Gastronomiesektor zurückzuführen, 61% der damit verbunden Produktionskette auf die Landwirtschaft.  Als Einzelne*r kann man Emissionen reduzieren: durch Konsum vegetarischer und veganer Speisen, was vor allem zu weniger Oberflächen- und Wasserverbrauch und produktionsverursachten Treibhausgasen führt; durch den Konsum regional hergestellter Lebensmittel, die weitaus weniger transportbezogene Emissionen verursachen; und durch den Konsum biologischer Lebensmittel.

Weitere Informationen und Details

können im Buch Tourismus und Klimawandel von Pröbstl-Haider, U., Lund-Durlacher, D., Olefs, M., & Prettenthaler, F. (2021) Springer Nature nachgelesen werden.

Podcast „Future on Air“ der FFF zum Thema

Titelbild: Lewis Smith, Flickr



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Südwind: Klimaschutz ist Menschenschutz – 4-Punkte-Plan für Klimagerechtigkeit

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Im Rahmen der europaweiten Initiative Climate Of Change fordert die Menschenrechtsorganisation Südwind einen politischen Klimagerechtigkeits-Pakt. Demnach braucht es zusätzlich zur konsequenten Einhaltung der Pariser Klimaschutzziele auch ein wirtschaftspolitisches Umdenken. Südwind fordert von der Politik auf nationaler sowie europäischer Ebene einen Wirtschaftswandel, hin zu einem Modell, in dem nicht immer neue Wachstumsziele, sondern das menschliche Wohlbefinden sowie die soziale
und ökologische Gerechtigkeit sowie eine solidarische Migrationspolitik und die Mitsprache der Jugend als Hauptbetroffene der Klimakrise im Mittelpunkt stehen.
Eine neue Petition fordert einen konkreten 4 Punkte Plan für Klimagerechtigkeit und kann ab sofort unterschrieben werden auf: www.suedwind.at/klimagerechtigkeit-jetzt

An die Österreichische Bundesregierung und die Europäische Kommission. Die Klimakrise ist auch eine soziale Krise. Besonders stark betroffen sind ausgerechnet Menschen in armen Ländern, die kaum zur Klimakrise beitragen. Um sowohl die Klimakrise als auch die globale Ungleichheit zu bekämpfen, fordert Südwind gemeinsam mit 16 Organisationen in ganz Europa die Umsetzung eines konkreten 4-Punkte Plans für Klimagerechtigkeit:

1.Eingrenzung der globalen Erwärmung unter 1,5 Grad Celsius. Um eine Klimakatastrophe zu verhindern, müssen die EU und Österreich bis 2040 Klimaneutralität erreichen, zehn Jahre vor dem aktuellen Ziel 2050.

2.Wandel zu einer sozial und ökologisch gerechten Wirtschaft im Interesse von Mensch und Natur anstatt im Interesse von Großkonzernen. Ein strenger wirtschaftspolitischer Rahmen auf nationaler sowie EU-Ebene muss verbindliche Regeln für Unternehmen definieren. Dazu zählen ein umfassendes Lieferkettengesetz sowie eine konsequente ökosoziale Förder- und Steuerpolitik.

3.Die EU und Österreich müssen ein internationales Schutzsystem für Menschen schaffen, die aufgrund der Klimakrise ihr Zuhause verlieren. Eine solidarische und menschenrechtsbasierte Migrationspolitik braucht gezielte Unterstützung in Herkunfts- und Transitländern sowie einen internationalen Schutzmechanismus für Menschen, die von klimabedingter Migration betroffen sind.

4.Junge Menschen müssen als Hauptbetroffene in klimapolitische Entscheidungen einbezogen werden. Dazu müssen Jugendräte mit dem Status von Sozialpartner*innen auf EU-Ebene sowie in den Mitgliedsstaaten ins Leben gerufen und verbindlich eingebunden werden. Die UN Youth Advisory Group on Climate Change (UN-Jugendklimarat) kann dafür Vorbild sein.

Petition unterzeichnen: www.suedwind.at/klimagerechtigkeit-jetzt

. #ClimateOfChange .



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Die Emissionen steigen, anstatt zu sinken!
Klimaschutzgesetz, ökosoziale Steuerreform sind notwendig, um die österreichischen Klimaziele zu erreichen
Pressekonferenz „Wissenschaft und Klimabewegung“ der S4F am 24.9.2021

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Am Podium: Univ. Prof. Dr. Verena Winiwarter – Universität für Bodenkultur – Zentrum für Umweltgeschichte, Univ. Prof. Dr. Harald Rieder – Universität für Bodenkultur – Institut für Meteorologie und Klimatologie, Univ. Prof. Dr. Gottfried Kirchengast – Universität Graz – Wegener Center für Klima und Globalen Wandel, Dr. Renate Christ – langjährige Leiterin des Sekretariats des Weltklimarats (IPCC), Dr. Daniel Huppmann – International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) – Mitautor des IPCC Sonderberichts 1,5°C. Und Lara Leik, Vernetzungsbeauftragte der Uni Salzburg für Scientists for Future.
Moderation: Martin Auer

Prof. Kirchengast legte die neuesten Berechnungen des Wegener-Centers vor, wonach die Emissionen Österreichs 2021 wieder über das Vor-Corona-Niveau gestiegen sind. Das dringend notwendige Klimaschutzgesetz wird politisch nur hin- und hergeschoben: „Hier ist die ganze Regierung gefordert, dieses Klimakabinett zu bilden“. Fossile Ressourcen in der Mobilität und in der Industrieproduktion werden immer noch gefördert. „Hier möchte ich wirklich ganz harte Kritik üben“, sagte Kirchengast: „Da kann man nicht die Konsumentinnen und Konsumenten um bessere Lebensstile ersuchen. Für diese Rahmensetzungen ist einfach unsere Regierung in die Verantwortung zu nehmen.“

Professorin Verena Winiwarter von der Universität für Bodenkultur zeigte auf, dass die ökologische und soziale Steuerreform dringend notwendig ist, und zwar mit einem Preis von nicht unter 100 Euro pro Tonne CO2 ab dem Jahr 2022. Das sei das Mindeste, was man sich von einem Klimaschutzgesetz erwarten könne. Eine größere Veränderung „geht nicht nur über Lebensstiländerungen“, sagte Winiwarter.
Es ist inzwischen unzweifelhaft, dass der Klimawandel menschengemacht ist, erklärte Winiwarter: „Der Zweifel ist keine wissenschaftlich haltbare Position mehr.“ Sogar die Tiefsee heizt sich auf.

Dr. Daniel Huppmann vom vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) erklärte, dass die Termeperaturerhöhung in Österreich auf Grund unserer geographischen Lage doppelt so hoch ausfällt wie im globalen Durchschnitt. Wenn wir auf eine globale Temperaturerhöhung von 2,7 Grad zusteuern, kann das für Österreich eine Erhöhung von 5 Grad oder mehr bedeuten.

Denn bisher sind wir vom Pariser Ziel der Begrenzung auf 1,5 Grad noch weit entfernt. Dr. Renate Christ, langjährige Leiterin des Sekretariats des IPCC, berichtete: Selbst wenn die Staaten ihren eigenen Verpflichtungen aus Klimaabkommen zum Senken des CO2-Ausstoßes nachkommen, landen wir eher bei einem Plus von knapp unter oder über drei Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts.

Ist es die Aufgabe der Wissenschaft, auf die Straße zu gehen? Daniel Huppmann erklärte dazu: Es ist nicht Aufgabe oder Selbstverständnis der Wissenschaft, explizite Handlungsempfehlungen an Politik und Gesellschaft zu geben. Es ist aber sehr wohl die Aufgabe der Wissenschaft, alternative Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, Abwägungen zu quantifizieren, und die möglichen Auswirkungen verschiedener Maßnahmen (oder des bewussten Unterlassens von Maßnahmen) zu untersuchen. Die Wissenschaft kann und muss aufzeigen, dass die konkreten Maßnahmen der Regierung mit den selbstgesteckten Zielen der Klimaneutralität bis 2040 nicht übereinstimmen.

Lara Leik, Vernetzungsbeauftragte der Universität Salzburg für S4F, machte deutlich: Die Wissenschaft hat die Pflicht, voranzugehen.

Die gesamten Presseunterlagen sind hier.



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Pressegespräch: Wo stehen wir in Sachen Klima und was kann getan werden? SCIENTISTS FOR FUTURE bringen am Tag des weltweiten Klimastreiks fünf führende Expert*innen aufs Podium.

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Live ab 09:30 Uhr: https://www.facebook.com/events/1300400337047255/

Am Tag des diesjährigen weltweiten Klimastreiks am 24. September 2021 möchten wir der Presse Gelegenheit geben, mit führenden Expert*innen auf dem Gebiet des Klimaschutzes ein Gespräch zu führen:

  • Univ. Prof. Dr. Verena Winiwarter – Universität für Bodenkultur – Zentrum für Umweltgeschichte
  • Univ. Prof. Dr. Harald Rieder – Universität für Bodenkultur – Institut für Meteorologie und Klimatologie
  • Univ. Prof. Dr. Gottfried Kirchengast – Universität Graz – Wegener Center für Klima und Globalen Wandel
  • Dr. Renate Christ – langjährige Leiterin des Sekretariats des Weltklimarats (IPCC) 
  • Dr. Daniel Huppmann – International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) – Mitautor des IPCC Sonderberichts 1,5°C.

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Pressegespräch: Wo stehen wir in Sachen Klima und was kann getan werden?
SCIENTISTS FOR FUTURE bringen am Tag des weltweiten Klimastreiks fünf führende Expert*innen aufs Podium.

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Am Tag des diesjährigen weltweiten Klimastreiks am 24. September 2021 möchten wir der Presse Gelegenheit geben, mit führenden Expert*innen auf dem Gebiet des Klimaschutzes ein Gespräch zu führen:

  • Univ. Prof. Dr. Verena Winiwarter – Universität für Bodenkultur – Zentrum für Umweltgeschichte
  • Univ. Prof. Dr. Harald Rieder – Universität für Bodenkultur – Institut für Meteorologie und Klimatologie
  • Univ. Prof. Dr. Gottfried Kirchengast – Universität Graz – Wegener Center für Klima und Globalen Wandel
  • Dr. Renate Christ – langjährige Leiterin des Sekretariats des Weltklimarats (IPCC) 
  • Dr. Daniel Huppmann – International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) – Mitautor des IPCC Sonderberichts 1,5°C.
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SCIENTISTS FOR FUTURE bringen am Tag des weltweiten Klimastreiks fünf führende Expert*innen aufs Podium.
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Wegwerfmentalität vs. Nachhaltigkeit in der Kanaltaler Siedlung Villach

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Neben der zunehmenden Bodenversiegelung (Thema des letzten Positionspapiers von S4F Kärnten) ist auch die Diskussion um Sanierung vs. Abriss/Neubau („Reconstructing“) eine Frage des Bausektors mit Relevanz fürs Klima.

Stefan Breuer von den S4F Kärnten geht in seiner Stellungnahme in der Kärntner Allgemeinen Zeitung kaz auf das Beispiel der Kanaltaler Siedlung in Villach, einem gemeinnützigen Wohnbau, ein.

„Wegwerfmentalität vs. Nachhaltigkeit in der Kanaltaler Siedlung Villach“ weiterlesen

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Das Auto im Kopf ist das Problem
Interview mit Prof. Hermann Knoflacher über Alternativen zum Lobautunnel

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"Prof. Hermann Knoflacher zu Alternativen zum Lobautunnel" | S4F-Interview

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Gibt es eine sinnvolle Stadtplanung ohne die Lobau-Autobahn? Prof. Hermann Knoflacher hat dazu eine klare Meinung: Das Auto im Kopf ist das Problem. Als emeritierter Professor am Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Wien ist er Experte. Scientists4Future hat ihn interviewt: Was spricht gegen den Tunnel? Wie entstehen gegensätzliche Gutachten? Und was sind die Alternativen? Die Antworten findet ihr im Video. #lobaubleibt

Das Interview führte Hanna Faist von Scientists for Future.



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