Bäume pflanzen genügt nicht

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Studie: Climate-driven risks to the climate mitigation potential of forests

William R. L. Anderegg,  Anna T. Trugman, Grayson Badgley, Christa M. Anderson, Ann Bartuska, Philippe Ciais, Danny Cullenward, Christopher B. Field, Jeremy Freeman, Scott J. Goetz,, Jeffrey A. Hicke, Deborah Huntzinger, Robert B. Jackson,, John Nickerson, Stephen Pacala, James T. Randerson

Science 19. Juni 2020

Bäume pflanzen wird oft als Wundermittel gegen den Klimawandel propagiert. Doch Bäume pflanzen allein genügt nicht. Viele Faktoren müssen beachtet werden, damit Wälder ihre Wirkung als natürliche Klimalösung entfalten können. Wälder haben ein großes Potential, den menschenverursachten Klimawandel zu mildern, weil sie CO2 aus der Luft aufnehmen und im Holz der Bäume speichern können. Dazu müssen sie aber Bestand haben. Ein lebender, wachsender Baum ist eine Kohlenstoff-Senke, er entzieht der Atmospähre CO2. Doch ein toter, verrottender Baum ist eine CO2-Quelle, und erst recht ein brennender Baum.

Alle terrestrischen Ökosysteme zusammen nehmen ungefähr 30 Prozent der jährlichen menschlichen Kohlenstoff-Emissionen auf, das sind rund 9,5 Gigatonnen CO2e (CO2-Äquivalent), davon nehmen Wälder rund 8,8 Gigatonnen auf. Waldbasierte natürliche Klimalösungen könnten bis 2030 weitere 7 Gigatonnen jährlich bringen. Da das menschengemachte CO2 jahrhundertelang in der Atmosphäre bleiben wird, ist es entscheidend, dass auch die Wälder über Jahrhunderte Bestand haben.

Doch, wie die Autorinnen feststellen, basieren viele waldbasierte natürliche Klimalösungen nicht auf der besten verfügbaren Wissenschaft um die Risiken für die Stabilität der Wälder richtig einzuschätzen. Denn die Risiken von Dürren, Waldbränden, Insektenbefall und Gefährdung durch menschliche Eingriffe werden sich im 21. Jahrhundert voraussichtlich noch verstärken. Noch dazu können sich diese Faktoren gegenseitig versärken.

Die Autorinnen stellen fest, dass die Kluft zwischen den vorhandenen wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen und den derzeitigen Praktiken geschlossen werden muss. Und sie betonen, dass der Blick auf das große Potential, das richtig durchgeführte waldbasierte Klimalösungen haben, nicht von den anderen wichtigen Klimaschutzmaßnahmen ablenken darf, vor allem von der Reduktion der Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Sie fordern eine breite , multidisziplinäre Anstrengung, um die besten verfügbare Wissenschaft für Politik und Management verfügbar zu machen.

Titelfoto: Wikimedia Commons, Salam 2009, CC BY SA

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