Mai 2021: Höchste jemals gemessene CO2-Konzentration in der Atmosphäre

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Das NOOA Observatorium auf dem Mauna Loa in Hawaii meldete für Mai die höchste jemals gemessene CO2-Konzentration. Sie betrug im Monatsdurchschnitt 419,13 ppm. Zum Vergleich: Im Mai 2020 betrug sie 417 ppm. Der Anstieg entspricht dem der letzten Jahre. Der wirtschaftliche Rückgang durch die Covid-19-Pandemie hat in den Messungen praktisch keine Spur hinterlassen. „Wir brauchen Einschnitte, die viel schärfer und viel nachhaltiger sind als die durch Covid-19 bedingten Schließungen“, sagt Ralph Keeling, der Leiter des Beobachtungsprogramms auf dem Mauna Loa. Sein Vater Charles Keeling entdeckte als erster, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre trotz jahreszeitlicher Schwankungen von Jahr zu Jahr steigt. Nach ihm ist die Keeling-Kurve benannt, die diese Schwankungen und den Anstieg aufzeichnet.

Keeling-Kurve
Quelle: Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0


Im Mai wird regelmäßig die höchste CO2-Konzentration gemessen. Danach beginnen die Pflanzen auf der Nordhalbkugel, der Atmosphäre CO2 zu entziehen.

Titelbild: Gerd Altmann auf Pixabay

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Schutz des Ozeans: Vorteile für Artenvielfalt, Produktion von Nahrungsmitteln und Klima

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Quelle: Sala, E., Mayorga, J., Bradley, D. et al. (2021) Protecting the global ocean for biodiversity, food and climate. Nature 592397–402 (2021).

Der Meeresboden ist das größte CO2-Reservoir auf der Erde. Besonders auf lange Sicht ist dies für uns wichtig – Der Meeresboden kann CO2 über Jahrtausende binden. Der Boden kann den gebundenen Kohlenstoff jedoch wieder als CO2 ins Wasser abgeben, wenn er beschädigt wird. Auslöser dafür können Schleppnetze sein, die beim industriellen Fischfang über den Meeresgrund gezogen werden. Das CO2, das dabei freigesetzt wird, kann eine Versauerung des Meeres verursachen. Dies kann sich wiederum negativ auf die Artenvielfalt und die Produktion von Nahrungsmitteln durch den Ozean auswirken.

Der Meeresboden ist weltweit der größte CO2-Speicher, wird jedoch kaum geschützt

Trotzdem stehen weltweit nur 7 % der Meere unter irgendeiner Form von Schutz und nur 2,6 % unter vollständigem oder besonderem Schutz. 26 Meeresbiolog*innen, Klimaexpert*innen und Ökonom*innen haben deshalb kürzlich einen Entwurf modelliert, der zeigen soll, welche Areale des Ozeans geschützt werden sollten, um drei Ziele zu erreichen: die Artenvielfalt im Meer zu erhalten, die Nahrungsproduktion zu fördern und klimaschädliche Emissionen zu verringern. 

Ziel 1: Die Artenvielfalt im Meer erhalten

Hinsichtlich der Biodiversität können 90 % der maximalen Vorteile erreicht werden, wenn insgesamt 21% des gesamten Ozeans geschützt werden. Und zwar wären das 6 % der Hochsee und 43 % der ausschließlichen Wirtschaftszonen der Küstenländer.(Ausschließliche Wirtschaftszone ist die 200-Seemeilen-Zone, in der ein Küstenstaat das alleinige Recht zur wirtschaftlichen Nutzung hat.) Diese Zahlen gelten allerdings nur für eine global koordinierte Verteilungsstrategie der Schutzgebiete. Wenn die einzelnen Länder hingegen basiert auf nationalen Prioritäten schützen, müssten 44 % des gesamten Ozeans geschützt werden, um dasselbe zu erreichen. Internationale Zusammenarbeit ist also für den Artenschutz im Meer besonders wichtig.

Ziel 2: Produktion von Nahrungsmitteln fördern

Die Forscher*innen gehen davon aus, dass sich in vollständig oder besonders geschützten Meereszonen Fische und wirbellose Meerstiere vermehren würden, und sich von da aus dann in die ungeschützten Gebiete verbreiten würden, wo sie gefischt werden könnten. Würden 5,3 % des Ozeans in strategisch angelegten Zonen so geschützt, während der Fischfang sich auf die restlichen Meeresgebiete beschränkt, könnten bis zu 8,3 Megatonnen mehr Meeresfrüchte produziert werden als aktuell. Dies würde 90 % der Vorteile beinhalten, die für die Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion erreicht werden können. Schützenswerte Zonen für dieses Ziel befinden sich vor allem in ausschließlichen Wirtschaftszonen.

Ziel 3: Klimaschädliche Emissionen verringern

Auf Basis von Satellitendaten schätzen die Forscher*innen, dass etwa 1,3 % des Meeres jährlich mit Grundschleppnetzen befischt werden. Dabei werden zwischen 0,58 und 1,47 Gigatonnen CO2 freigesetzt (Zum Vergleich: Die gesamten globalen CO2-Emissionen betragen 42 Gigatonnen jährlich). Wie viel genau davon in die Atmosphäre übergeht, ist zwar nicht klar, dennoch verändert der CO2-Gehalt im Wasser und im Boden die Umweltbedingungen und hat so Auswirkungen auf die Biodiversität und die Produktivität des Ozeans hinsichtlich Nahrungsmittel. 90 % der Risiken durch diese CO2-Freisetzung könnten allerdings durch 3,6 % Schutz, vor allem in ausschließlichen Wirtschaftszonen durchgeführt werden. Die ausschließliche Wirtschaftszone Chinas oder die europäischen Küstenregionen des Atlantiks sowie aufstrebende Regionen sind besonders von der CO2-Freisetzung bedrohte Gebiete.

In ihrer Studie identifizierten die Forscher jeweils Regionen für die einzelnen Ziele, die aus strategischer Sicht besonderen Schutz benötigen. In allen drei Fällen ist es effektiv Bereiche zu schützen, die durch menschliche Aktivitäten besonders bedroht sind. Dies sind vor allem Regionen, in denen großflächig industrieller Fischfang betrieben wird. Die Länder, die diese Regionen verwalten, können am meisten dazu beitragen, die Kohlenstofflager im Meeresgrund zu schützen und die Auswirkungen auf das Klima zu verringern. 

Ein besserer Schutz des Ozeans: Eine Win-Win-Win-Situation

Insgesamt können also Umwelt, Menschheit und Wirtschaft vom Schutz des Ozeans und seiner Arten profitieren. Um dies besonders effektiv zu gestalten, müssen die Nationen allerdings zusammenarbeiten und schnell handeln. So können die unterschiedlichen Vorteile am besten ausgeschöpft werden. 


Gesichtet: M.A.
Der zitierte Artikel ist zum Beispiel mit einem Zugang von der Universität Wien erreichbar.

Foto von PxHere

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Benzin aus Strom?
Potentiale und Risiken von synthetischen Kraftstoffen für den Klimaschutz
von Martin Auer

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Studie: Ueckerdt, F., Bauer, C., Dirnaichner, A. et al. Potential and risks of hydrogen-based e-fuels in climate change mitigation. Nature Climate Change (2021). https://doi.org/10.1038/s41558-021-01032-7

E-Fuels oder synthetische Kraftstoffe sind Kohlenwasserstoff-Brennstoffe, die aus Wasserstoff und CO₂ synthetisiert werden. Dabei wird Wasserstoff durch Elektrolyse aus Wasser gewonnten. CO₂ kann direkt aus der Atmosphäre, aus Biomasse oder aus Industrieemissionen gewonnen werden. Diese flüssigen oder gasförmigen Brennstoffe können ihr jeweiliges fossiles Gegenstück perfekt ersetzen. Sie zeichnen sich aus durch hohe Energiedichte und können gut gelagert und transportiert werden. Sie könnten also als Speicher für aus Windkraft- oder Solaranlagen gewonnene Energie genutzt werden.

Dadurch eignen sie sich sehr gut für den Einsatz in Bereichen, die nur schwer direkt elektrifiziert werden können, zum Beispiel für den Einsatz in der chemischen Industrie, für Langstreckenflüge, industrielle Prozesse, die hohe Temperaturen erfordern, Schwerlasttransporte und Langzeit-Energiespeicherung.

Problematisch ist laut den Autoren der Studie die Hoffnung, synthetische Brennstoffe könnten fossile Brennstoffe so weit ersetzen, dass der Umbau von Infrastrukturen für die direkte Elektrifizierung überflüssig wird. CO₂ mit Hilfe von synthetischen Brennstoffen einzusparen, kostet derzeit 800 bis 1.200 Euro pro Tonne. Bei großindustrieller Produktion könnten die Kosten bis 2050 auf 20 bis 270 Euro pro Tonne eingespartes CO₂ gesenkt werden. Doch die Autoren halten es für unwahrscheinlich, dass synthetische Brennstoffe früh genug reichlich und billig zu haben sein werden. Es wäre gefährlich, die Transformation zu direkter Elektrifizierung zu vernachlässigen. Das könnte zu einem Lock-In-Effekt führen: Sollten E-Fuels nicht den Erwartungen entsprechen, wäre man weiter auf fossile Brennstoffe angewiesen. Eine vernünftige Klimapolitik, so die Autoren, sollte den Einsatz von synthetischen Brennstoffen fördern, aber sich absichern gegen das Risiko, dass nicht genügend davon zur Verfügung stehen könnten.

Die Autoren berechnen, dass die Energieeffizienz – also die Umwandlung von Elektrizität in nutzbare Energie – je nach Einsatzgebiet 10 bis 35 Prozent beträgt. Daraus folgt, dass 2 bis 14 Mal so viel elektrische Energie benötigt wird, als für die direkte Elektrifizierung.

Die Klimawirksamkeit von E-Fuels hängt von der Kohlenstoff-Intensität der zur Erzeugung benötigten Elektrizität und der CO₂-Quelle ab. Beim derzeitigen Elektrizitätsmix in Deutschland etwa (Daten von 2018), würden E-Fuels in Autos, LKWs oder Flugzeugen 3 bis 4 Mal so viel Treibhausgas emittieren als fossile Brennstoffe! Bis 2030 kann also von synthetischen Kraftstoffen kein Klimaschutz-Effekt erwartet werden, es sei denn, sie könnten aus Ländern mit reichlich Wind- und Sonnenkraft und den für die Erzeugung notwendigen Anlagen importiert werden.

Der vollständige Text der Studie ist zum Beispiel mit einem Zugang von der Universität Wien erreichbar: https://www.nature.com/articles/s41558-021-01032-7.

Anmerkung: Da auch in Österreich unter anderem von der Wirtschaftskammer Oberösterreich für E-Fuels als Ersatz für die Elektrifizierung von Heizung und Verkehr geworben wird, hat S4F unabhängig von dem nun erschienenen Artikel eine eigene Stellungnahme zu diesem Thema erarbeitet und kommt zu den gleichen Schlussfolgerungen:

  • Auf Grund der geringen Gesamteffizienz können bis 2030 synthetische Treibstoffe keinen nennenswerten Beitrag zur Reduktion unseres Ausstoßes liefern.
  • Die Herstellung ist derzeit nicht wirtschaftlich rentabel in Österreich umsetzbar.
  • Aufgrund der kleinen zu erwartenden Produktionsmenge sind syntehtische Kraftstoffe nur für Nischenanwendungen eine Lösung, dürfen aber nicht als Ausrede verwendet werden, eine Elektrifizierung im Heiz- und Verkehrssektor zu verzögern.

Titelfoto: Pixabay

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1 Prozent der Weltbevölkerung verursacht 50 Prozent der CO2-Emissionen durch Flugverkehr

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Gössling, Stefan, & Humpe, Andreas. (2020). The global scale, distribution and growth of aviation: Implications for climate change. Global Environmental Change, 65, 102194. https://doi.org/10.1016/j.gloenvcha.2020.102194

Fliegen ist eine der Energie-intensivsten Konsum-Formen, stellen die Studienautoren fest. Laut IATA 1 fliegt der „Durchschnittsbürger“ einmal alle 22 Monate. Dieser Durchschnitt sagt nicht viel aus, wenn man bedenkt, dass mehr als 80 Prozent der Bevölkerung noch nie ein Flugzeug bestiegen haben und in einem Jahr nur 11 Prozent fliegen. Von diesen nehmen höchstens 4 Prozent der Weltbevölkerung internationale Flüge in Anspruch. Und 1 Prozent der Weltbevölkerung ist für 50 Prozent der CO2-Emissionen durch Flugverkehr verantwortlich.

Generell sind die Pro-Kopf-Emissionen auf der Welt höchst ungleich verteilt: 10 Prozent der Weltbevölkerung verursachen 45 Prozent der gesamten Emissionen, die untersten 50 Prozent tragen nur 13 Prozent bei. In der EU sind 1 Prozent der Bevölkerung für 27 Prozent der Emissionen verantwortlich, mit einem Pro-Kopf-Ausstoß von55 Tonnen CO2e 2.

Im Kreis derer, die besonders viel CO2 verursachen, ist Flugverkehr die Konsumkategorie mit den höchsten Emissionen. Flugreisende sind überproportional wohlhabend. So ist zum Beispiel der Besitz von mehreren Wohnungen oder Häusern – womöglich in verschiedenen Ländern oder auf verschiedenen Kontinenten – ein Grund für häufiges Fliegen. Wer Business-Class fliegt, also einen größeren Teil des Flugzeugs für sich beansprucht, verursacht auch mehr Emissionen. Rund 70 Prozent aller Geschäftsreisen sind laut World Bank Business-Class (dreifache Emissionen) oder First Class (neunfache Emissionen). First Class Suite wird auf das Fünfzehnfache an Emissionen im Vergleich zu Economy geschätzt.

Doch die höchste Energie-Intensität haben Privatflugzeuge, da sie noch weniger Personen pro Energieeinheit transportieren. Schätzungen sagen, dass Privatflugzeuge für bis zu 1500 Tonnen CO2 pro Besitzer*in und Jahr verursachen.

Auch in Ländern mit hohem Durchschnitteinkommen fliegt nur eine Minderheit, z. B. 47 Prozent in den USA und 35 Prozent in Deutschland.

In einem Jahr besteigen 53 % der erwachsenen Bevölkerung der USA kein Flugzeug. 35 Prozent buchen 1 bis 5 Flüge pro Jahr. 12 Prozent buchen 6 oder mehr Flüge.
Quelle: Gössling, Stefan, & Humpe, Andreas. (2020). The global scale, distribution and growth of aviation: Implications for climate change. Global Environmental Change, 65, 102194. https://doi.org/10.1016/j.gloenvcha.2020.102194

Die Autoren der Studie kritisieren, dass der internationale Flugverkehr sowohl im Kyoto-Protokoll als auch im Pariser Abkommen aus der Berichtspflicht der Länder ausgenommen wurde. Ebenso halten sie fest, dass die beiden Abkommen sich nur auf langlebige Treibhausgase beziehen, aber den Strahlungsantrieb 3 durch Stickoxide und Wasserdampf (Kondensstreifen), der beim Flugbetrieb entsteht, außer acht lassen. Dieser Beitrag ist aber vergleichbar oder noch größer als der durch CO2 alleine, je nach Schätzung bis zu doppelt so hoch.

Die Autoren schließen, dass die gegenwärtige Klimapolitik in Bezug auf den Flugverkehr unzureichend ist. Sie fordern starke regulierende Eingriffe. Da eine geringe Zahl von sehr wohlhabenden Konsument*innen für den Großteil der Flugreisen verantwortlich ist, würden sich mäßige Preiserhöhungen kaum auswirken. Würde man dagegen die Flugaktivität des einen Prozent mit den meisten Flügen halbieren, so würde das die Emissionen aus dem kommerziellen Passagiertransport um über 25 Prozent senken.

Die Studie ist unter einer Creative Commons Lizenz allgemein zugänglich.

Foto: Hush Hush (CC BY 2.0)


1 International Air Transport Association

2 CO2-Äquivalent: Die Wirkung der Treibhausgase wird umgerechnet auf die Wirkung von CO2 und zusammengezählt.

3 Maß für die Änderung der Energiebilanz der Erde durch Änderung der Wirkung der Strahlung aus dem Weltraum, gemessen in Watt pro quadratmeter

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Zum Earth Day 2021: Es gibt inzwischen mehr menschengemachte Dinge als lebende Wesen

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Studie: Global human-made mass exceeds all living biomass

Elhacham, Emily; Ben-Uri, Liad; Grozovski, Jonathan; Bar-On, Yinon M.; Milo, Ron (2020): Global human-made mass exceeds all living biomass. In: Nature 588 (7838), S. 442–444. DOI: 10.1038/s41586-020-3010-5 .

Eine Studie vom Weizmann-Institut in Israel, die im Dezember in nature veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Menschheit im Jahr 2020 eine weitere Schwelle überschritten hat: Die Masse der von Menschen erzeugten Stoffe übersteigt nun die gesamte Biomasse1 des Planeten, obwohl wir Menschen selber nur 0,01 Prozent der gesamten Biomasse ausmachen.

Die massiven Veränderungen der Erdoberfläche durch den Menschen haben aber nicht erst im Industriezeitalter begonnen. Seit der landwirtschaftlichen Revolution vor ungefähr 3000 Jahren haben wir die pflanzliche Biomasse von damals ungefähr zwei Teratonnen2 um die die Hälfte reduziert. Wir bauen zwar großflächig Nutzpflanzen an, doch ist ihre Biomasse (0,01 Tt) nur äußerst gering im Verhältnis zum Verlust an Biomasse durch Abholzung, Waldbewirtschaftung und andere Änderungen der Landnutzung. Diese Verringerung der globalen Biomasse wirkt sich massiv auf den Kohlenstoffzyklus und damit aufs Klima aus.

Die anthropogene Masse hat sich laut der Studie in den letzten 100 Jahren alle 20 Jahre verdoppelt. Derzeit produziert die Menschheit pro Jahr 30 Gigatonnen an – Dingen. Das heißt, im Durchschnitt produziert jedes Menschenwesen in einer Woche mehr als sein eigenes Körpergewicht an anthropogener Masse.
Hauptsächlich besteht diese Masse aus Beton, Aggregaten wie z. B. Schotter und Kies, Ziegeln und Asphalt. Es sind also oberflächennahe geologische Ablagerungen – Fels und Mineralien – die wir in für uns nützliche Form umwandeln. Und das hat weitgehende Folgen für natürliche Lebensräume, Biodiversität und verschiedene klimatische und biochemische Kreisläufe, wie die Autor*innen schreiben. Kurz gesagt: Wir betonieren und pflastern die Erde zu.

Abbildung 1: Quelle: https://www.nature.com/articles/s41586-020-3010-5

Plastik macht mengenmäßig nur einen Bruchteil der menschengemachten Masse aus. Doch macht die Menge an Plastik (8 Gigatonnen), die heute auf dem Planeten existiert, das Doppelte der Biomasse aller Tiere (4 Gigatonnen) aus. Gebäude und Infrastruktur übertreffen mit 1.100 Gigatonnen die Biomasse von Bäumen und Sträuchern (900 Gigatonnen).

Abbildung 2: Quelle: https://www.nature.com/articles/s41586-020-3010-5

Am Beginn des 20. Jahrhunderts betrug die anthropogene Masse erst 3 Prozent der globalen Biomasse. Erst nach dem 2. Weltkrieg setzte die „große Beschleunigung“ ein, eine rasante Zunahme des Konsums und der Urbanisierung.

Wenn dieser Trend sich fortsetzt, wird die anthropogene Masse inklusive Abfall im Jahr 2040 drei Teratonnen übersteigen und damit drei Mal so groß sein wie die dann vorhandene Biomasse.

Die vollständige Studie kann z. B. mit einem Zugang der Universitätsbibliothek Wien gelesen werden.


1 Nach Trockengewicht

2 1 Tt = 1012 Tonnen

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Klimastreik: 1068 Klimaaktionen in 68 Ländern, 5000 auf der Wiener Ringstraße

S4F mit großem Banner vor der Hauptuni Wien
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Laut Fridays for Future Österreich haben sich 5000 Menschen an der 3 km langen Menschenkette um die Wiener Ringstraße beteiligt. Rund um den Globus haben 1068 Aktionen in 68 Ländern stattgefunden. Auch wenn die Zahlen nicht an die Aktionen des bisher größten weltweiten Klimastreiks vom September 2019 heranreichen, so war es global doch der größte Streik seit Beginn der Coronakrise.

Foto: Christian Zauner. Scientists for Future vor der Hauptuni Wien

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Earth Hour: Licht aus für Klimaschutz heute 20:30 bis 21:30

Schloss Schönbrunn, einmal ibeleuchtet, einmal dunkel
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Auf Initiative des WWF findet heute am 27. März 2021 von 20:30 bis 21:30 die „Earth Hour“ statt. Haushalte, Organisationen, Unternehmen und Gemeinden schalten für eine Stunde das Licht ab, um daran zu erinnern, dass die Menschheit ihren Energieverbrauch – und auch den Verbrauch anderer Ressourcen – drastisch reduzieren muss, um eine Klimakatastrophe in letzter Minute zu verhindern.

Rund um die Welt wird in dieser Stunde die Beleuchtung öffentlicher Gebäude und Wahrzeichen abgeschaltet. In Wien zum Beispiel von Schloss Schönbrunn, Belvedere und Rathaus. In mehr als 180 Ländern machen auch Millionen privater Haushalte mit.

Zu Hause sollte man statt des elektrischen Lichts auch keine Kerzen verwenden. Auch die setzen ja CO2 und Ruß frei. Man kann sich ja auch einmal im Dunkeln Geschichten erzählen oder einfach über die Welt nachdenken. Und im Fall des Falles ein kleines LED-Licht oder die Taschenlampe des Handys verwenden.

Nicht vergessen sollte man, dass Earth Hour nur ein Zeichen setzt, aber keine effektive Energiesparmaßnahme ist. Wir sollten diese Stunde nützen, um über die Situation des Planeten nachzudenken und über all das, was sich ändern muss, damit auf ihm ein vielfältiges und gutes Leben möglich bleibt – oder wird.

Foto: Hubert Nagele / WWF Österreich

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19.3.21: Globaler Protest:
No More Empty Promises!

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Die globale Fridays For Future-Bewegung ruft unter dem Motto “#NoMoreEmptyPromises” erneut zu Protesten gegen die unzureichende Klimapolitik der Regierungen auf. In Österreich beteiligen sich Regionalgruppen mit unterschiedlichen Aktionsformen. In Wien wird Fridays For Future mit einer Menschenkette um den Ring ÖVP und Grüne an ihre geteilte Verantwortung erinnern, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und jungen Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben. Konkret werden große Würfe wie ein starkes Klimaschutzgesetz und eine rasche Umsetzung der ökosozialen Steuerreform gefordert. Wir rufen alle dazu auf, sich dem bunten Protest für Klimagerechtigkeit anschließen!

Menschenkette mit Abstand

In einer corona-konformen Menschenkette rund um die Ringstraße erinnern wir ÖVP und Grüne an ihre geteilte Verantwortung für Klimagerechtigkeit. Die Menschenkette wird mit bunten Bannern und Schnüren verbunden. Zusätzlich gibt es Musik, Kunstaktionen und Redebeiträge!

Treffpunkte und Uhrzeiten

Wann: ab 12:00 Uhr
Wo: Auf der Ringstraße

Treffpunkte: U-Bahn-Stationen bei Schottentor, Volkstheater, Karlsplatz, Stadtpark, Stubentor

Corona-Hinweise

Auf unserem Protest sind das Tragen einer FFP2-Maske und Einhalten des Abstands von min. 3 Metern verpflichtend. Zahlreiche Ordner*innen werden für Sicherheit sorgen.

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